Vor 24 Jahren: „Die Wochenshow“ wird ein Jahr alt. Die Crew, Ingolf Lück, Marco Rima, Anke Engelke und Bastian Pastewka (von links), feiert den Anlass. Quelle: picture-alliance / obs

Vor 25 Jahre ging „Die Wochenshow“ an den Start: Das ist aus den Protagonisten geworden

„Die Wochenshow“ ist vor 25 Jahren an den Start gegangen. Doch auch danach sind immer wieder Folgen gezeigt worden. Die Auswahl ist ja auch entsprechend groß: Die Sat.1-Comedyshow wurde ursprünglich vom 20. April 1996 bis zum 25. Mai 2002 mit insgesamt 228 Folgen ausgestrahlt. Im Mai 2011 gab es eine Wiederbelebung – erneut mit Ingolf Lück als Anchorman. Zu den neuen Darstellern zählten unter anderem Axel Stein, Matze Knop, Carolin Kebekus oder Matthias Matschke. Nach nur acht Folgen wurde die Show allerdings abgesetzt – das Zuschauerinteresse war mäßig.

Die Original-„Wochenshow“ hingegen war zeitweise äußerst beliebt und wurde neben dem Adolf-Grimme-Preis auch mit dem Deutschen Comedypreis 1999 sowie der Goldenen Romy für die beste Programmidee ausgezeichnet. Zur Erinnerung: Die Sendung begann als halbstündige Nachrichtenparodie. Ingolf Lück zeigte zu mehr oder weniger aktuellen Themen Filme, die durch neue Synchronisation oder Schnitte verfremdet und in einen witzigen Zusammenhang gebracht wurden. Mit der Zeit kamen immer mehr feste Rubriken mit wiederkehrenden Figuren dazu. Fast im Alleingang schaffte es „Die Wochenshow“, dem Sender Sat.1 zu einem Comedyimage zu verhelfen.

Was ist aus den Akteuren geworden?

Im März 1999 stieg Marco Rima aus und wurde durch Markus Maria Profitlich ersetzt. Im Juni 2000 ging auch Anke Engelke und wurde nach der Sommerpause durch Annette Frier ersetzt. Bastian Pastewka und Profitlich verließen die Show im Juni 2001, für sie kamen vier Neue: Nadja Maleh, Michael Kessler, Bürger Lars Dietrich und Gerhard G. Gschwind.

Und was ist aus den lustigen Akteuren von damals geworden? Ein Überblick.

Ingolf Lück (Anchorman und Stefan-Effenberg-Imitator): „Die Wochenshow“ war sein Durchbruch im lustigen Fach. Danach folgten mehrere Formate auf verschiedenen Sendern. Neben erfolgreichen Theaterauftritten tourt Lück bis heute immer wieder mit einem Soloprogramm durch die Lande. Bewegen kann er sich ja offenbar gut. 2018 gewann Lück bei der RTL-Show „Let’s Dance“. Seit 2019 ist er mit seinem vierten Soloprogramm „sehr erfreut!“ zu sehen. Außerdem ist der Vater zweier Kinder Schirmherr der Stiftung „Augenblicke“, die sich um Eltern von Kindern mit Spina bifida kümmert, darüber hinaus ist er Gründungsmitglied im Verein „Hand in Hand for Africa“.

Marco Rima (Mücke, Opa Adolf Frey): Der Schweizer Schauspieler, Kabarettist, Comedien und Produzent stieg trotz seiner populären Rollen in der „Wochenshow“ (Opa Adolf Frey und Horst Lemminger) nach nur drei Jahren aus dem Ensemble aus, um sich anderen Projekten zu widmen. Es folgten Solobühnenprogramme, ein Kinofilm und Auftritte als Unterhaltungsmoderator. Zu eher zweifelhafter Bekanntheit gelangte Rima, als er sich in der Corona-Pandemie kritisch gegenüber den Maßnahmen, die in der Schweiz getroffen wurden, äußerte. Im September 2020 trat er in Zürich bei einer Demonstration von Corona-Skeptikern auf. Der 60-jährige vierfache Vater ist laut Wikipedia Mitglied einer Initiative, die Unterschriften gegen die Impfpflicht sammelt.

Anke Engelke (Nachrichtensprecherin, Ricky): Die 55-Jährige ist immer noch gut im Geschäft. Ihre grandiose Parodie auf das Mitglied der Mädchenband Tic Toc Toe – die Ricky – zeigt schon in „Wochenshow“-Zeiten ihre enorme Wandlungsfähigkeit. Seitdem ist Engelke regelmäßig im TV zu sehen – zuletzt in der Comedysendung „LOL: Last One Laughing“ oder in der Netflix-Dramedyserie „Die Trauerrednerin“. Daneben hat sie immer wieder große Events moderiert, Reportagen gedreht und alle möglichen Comicfiguren synchronisiert.

Bastian Pastewka (Brisko Schneider, Ottmar Zittlau): Nach dem Ausstieg aus der „Wochenshow“ hat Pastewka mit Komiker Olli Dittrich sowie der Musicalsängerin Susie Frese und Gitarrist Ralf Hartmann ein Bühnenprogramm geschaffen, mit dem das Quartett durch das ganze Land tingelte – und das ziemlich erfolgreich. Auch andere Comedy-TV-Projekte und Filme inklusive eigener Serie („Pastewka“) kamen hinzu, daneben arbeitet der 49-Jährige als Hörspielsprecher. 2013 führte Pastewka für das WDR-Hörspiel „Der Hund von Baskervilles“ nicht nur erstmals die Regie, sondern erstellte auch die Funkbearbeitung der Romanvorlage. Immer mal wieder ist der 49-Jährige in TV-Formaten zu sehen – zuletzt in der Chris-Tall-Show „Darf er das?“.

Markus Maria Profitlich (Der Erklärbär, Peter Wuttke): Eigentlich sollte der Comedien mit seiner Show „Das Beste aus 35 Jahren. Die Jubiläums-Tour“ derzeit in Deutschland unterwegs sein. Doch die Corona-Pandemie hat ihm einen Strich durch seine beruflichen Pläne gemacht. Der Erklärbär der „Wochenshow“ hatte im Anschluss an das TV-Format seine eigene, erfolgreiche Unterhaltungssendung namens „Mensch Markus“ – doch immer wieder ist er auch mit einem Programm von Bühne zu Bühne aufgetreten. 2018 gab Profitlich bekannt, dass er an Parkinson erkrankt ist. Seit 2019 ist er Schirmherr des Verbandes für „Parkinson Youngster“.

Karen Friesicke (Nachrichtensprecherin): Die letzte Rolle der Schauspielerin und Komikerin war eine in der ARD-Serie „Rote Rosen“ – vorher war Friesicke an der Freien Schauspielschule Hamburg tätig. Sie starb im Dezember 2015 im Alter von 53 Jahren durch Suizid und hinterließ zwei Söhne.

Christiane Brammer (Nachrichtensprecherin): Die Schauspielerin und Sängerin ist bis heute in verschiedenen Rollen im Fernsehen zu sehen – zuletzt 2019 in „Hubert ohne Staller“. 2015 eröffnete die 55-Jährige in der Münchner Falkenturmstraße ihr eigenes Theater Hofspielhaus.

Bürger Lars Dietrich: In die Jahre gekommene Kika-Kinder kennen den Mann mit den vielen Talenten. Immer noch arbeitet Dietrich als Rap- und Popmusiker, Komiker, Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher. Sein neuestes Album ist 2020 auf den Markt gekommen, seit 2014 ist der 48-Jährige Juror in der ersten Staffel der Sat.1-Castingshow „Got to Dance Kids“. Seinen Zusatznamen „Bürger“ hat er sich nach eigenen Angaben übrigens deshalb gewählt, weil er aus der DDR stammt und man dort von der Volkspolizei oft so angeredet wurde.

Michael Kessler (Günther Jauch): Nur ein Jahr (2001–2002) gehörte der Schauspieler, Theaterregisseur und Autor zum Team der „Wochenshow“, er mimte nahezu perfekt den Kollegen Günther Jauch. Bekannt war er da schon aus der Fernsehpersiflage „Switch“. Es folgten viele TV-Auftritte, meist in Shows, zuletzt moderierte der 53-Jährige „Genial daneben – Das Quiz“. Seit 1999 schreibt Kessler auch für Fernsehen, Film und Bühne.

Nadja Maleh: Die österreichische Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin liebt es, in viele verschiedene Rollen hineinzuschlüpfen. In der „Wochenshow“ mischte die Tochter eines syrischen Arztes und einer Osttiroler Psychotherapeutin nur ein Jahr mit. Im vergangenen Jahr ist sie auch noch unter die Autorinnen gegangen. In ihrem ersten Buch mit dem Titel „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht ...: Wie ich mir selbst zur besten Freundin werde“ will sie Anstöße zur Selbstliebe geben.

hma/RND