Eine Szene aus der Serie „The Mopes“. Quelle: TNT

Depression mit Dienstnummer: Die Serie „The Mopes“ mit Nora Tschirner ist ziemlich irre

Phobie oder Psychose, Manie oder Neurose: Seelische Störungen haben viele Gesichter. Dass sie gelbe Socken und blaue Jacken tragen und unter einer grauen Haarsträhne aussehen wie Nora Tschirner, wirkt aber auch aus klinischer Sicht irre – wie die ganze TNT-Serie „The Mopes“.

Tschirners Figur ist Angestellte der „Agentur für psychische Erkrankungen“, die Betroffenen so lang einflüstert, krank zu sein, bis sie sich in Therapie begeben. Elfmal war Tschirner als Depression mit der Dienstnummer F32.1-2011/01 erfolgreich. Der gescheiterte Songwriter Matt jedoch weigert sich, sein Leid zu akzeptieren – und erkennt die Depression F32.1-2011/01 sogar als Einflüsterin.

Um der Strafversetzung zu entgehen, muss Monika – so nennt er sie – rasch für Matts Krankheitseinsicht sorgen. Das erzeugt ulkige Verwicklungen im Umfeld des Musikers, lässt aber auch F32.1-2011/01 nicht unberührt.

Ästhetisch im Stil von Wes Andersons retrofuturistischen Märchen erlaubt die Serie Einblicke in ein Kuriositätenkabinett. Dahinter verbirgt sich ein angenehm tragikomischer Blick auf unsere Selbstoptimierungsgesellschaft.

„The Mopes“, sechs Episoden bei TNT-Serie, von Christian und Ipek Zübert, mit Nora Tschirner und Roel Dirven

Von Jan Freitag/RND