Susanna Ohlen soll ihre Hilfe für Flutopfer inszeniert haben. Quelle: imago images/Future Image

Schlamminszenierung: RTL beurlaubt Flutreporterin Susanna Ohlen

RTL hat „Guten Morgen Deutschland“-Moderatorin Susanna Ohlen beurlaubt. Hintergrund ist ihre Berichterstattung über die Flutkatastrophe in Bad Münstereifel. Diese wurden beworben mit den Worten: „RTL-Moderatorin Susanna Ohlen packt bei den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel tatkräftig mit an und teilt im Netz schockierende Aufnahmen“.

Nun zeigen Videoaufnahmen, die unter anderem in den sozialen Medien geteilt wurden, dass Ohlen sich vor ihrem Aufsager mit Schlamm einrieb, der in der Innenstadt den Boden bedeckte.

RTL: Vorgehen von Susanna Ohlen „widerspricht journalistischen Grundsätzen“

RTL teilte auf Anfrage dem RedaktionsNetzwerk Deutschland mit: „Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt.“ Zu weiteren Details, etwa wie lange die Beurlaubung andauert, wollte sich RTL nicht äußern.

RTL hält die aus einem Haus heraus aufgenommenen Bilder laut eines Berichts der dpa für glaubwürdig und will die Vorwürfen intern weiter untersuchen.

Mittlerweile hat Susanna Ohlen sich auf Instagram für ihr Vorgehen entschuldigt. „Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert“, schreibt sie unter anderem zur Erklärung und bittet um Verzeihung.

Susanna Ohlen arbeitet bereits seit 2008 für RTL. Zunächst war sie von 2010 bis 2015 in „Guten Abend RTL“ zu sehen, danach wechselte sie zu „Guten Morgen Deutschland“. Nebst ihrem Job als Moderatorin war sie auch immer wieder als Reporterin im Einsatz, unter anderem berichtet sie 2016 für RTL über das Dschungelcamp aus Australien.

Hass und Spott für Susanna Ohlen auf Instagram

Auf Instagram bekam Ohlen den Unmut des Fernsehpublikums umgehend zu spüren. Ihr neuestes Bild, mit dem sie vor zwei Tagen eine „Best of...“-Sendung bewarb, in der es auch um die Flutkatastrophe ging, wurde in den drei Stunden nach dem Öffentlichwerden der Vorwürfe mehr als 1000 Mal kommentiert. „Du machst auch alles für Geld“, ist dort zu lesen, oder: „Karriere beendet - hoffentlich für immer.“ Viele Userinnen und User schreiben, Ohlen solle sich für ihr inszeniertes Schlammbad schämen. Ihr wird vorgeworfen, das Leid anderer Menschen zur Selbstinszenierung missbraucht zu haben.

RND/msk/hsc