Die Fernsehreporterin Brianna Hamblin aus New York erlebte eine rassistische Verbalattacke kurz vor einer Live-Schalte. Quelle: Screenshot Twitter/Brianna Hamblin

Belästigt und beleidigt: US-Reporterin veröffentlicht Video von Verbalattacke kurz vor Live-Schalte

Eine Fernsehreporterin aus New York hat auf Twitter ein Video einer Verbalattacke veröffentlicht und damit eine Debatte über sexuelle Belästigung gestartet. Die Journalistin Brianna Hamblin arbeitet für den New Yorker Lokalsender Spectrum News Rochester und wurde kurz vor einer Live-Schalte von zwei Männern sexuell belästigt und rassistisch beleidigt.

Video hat mehr als fünf Millionen Aufrufe

Hamblin war in Rochester unterwegs, um über ein Hilfsprogramm für Kinder zu berichten. Ihr Kameramann startete die Aufnahme, doch wenige Sekunden später blieben zwei Männer stehen. Einer sagte zu Hamblin: „Du siehst übrigens gut aus“. Ein zweiter Mann sagte ihr, sie sei „verdammt schön“.

Auch nachdem Hamblin signalisierte, dass sie weitergehen sollen, hörten die Männer nicht auf: „Siehst du, deshalb kann man mich nicht mit einer schwarzen Frau allein lassen“, sagte einer und nutzte außerdem einen rassistischen Begriff für Menschen mit einem weißen und schwarzen Elternteil. Später schimpfte er: „Ich kann diese verdammten weißen Mädchen nicht ausstehen.“

Hamblin teilte ein Video des Vorfalls auf Twitter – nach zwei Tagen wurde es mehr als fünf Millionen Mal angeschaut. „Als Frau angemacht und belästigt zu werden, besonders als Reporterin im Außendienst, passiert so oft, dass man lernt, damit umzugehen oder es zu ignorieren“, erklärte die Journalistin. „Dieses Mal wurde es zufällig nur Sekunden vor meiner Schalte aufgenommen.“

„Ich war schon fast hundert Mal in dieser Situation“

Zahlreiche Twitter-Nutzer kommentierten den Beitrag – berichteten von den eigenen Erfahrungen mit sexueller Belästigung. „Ich war schon fast hundert Mal in dieser Situation – nicht als Reporterin, sondern als Frau, die einfach nur spazieren geht, ein Auto volltankt oder vom Auto zu einem Geschäft läuft“, schreibt eine Nutzerin. „Das ist etwas, womit man von Kindheit an zu tun hat“, kommentiert eine andere.

Mehrere User lobten die Gelassenheit Hamblins und, dass sie ihre Fassung bewahren konnte. Die TV-Reporterin ergänzte in einem Kommentar: „Die Dreistigkeit, mit der Männer mit mir sprechen, erstaunt mich immer wieder. Wie kommen Sie darauf, dass Frauen so angesprochen werden wollen?“

RND/am