Donnerstag , 20. Januar 2022
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Im Dezember glänzt Venus am Abendhimmel. Quelle: Axel Heimken/dpa

Sternenhimmel im Dezember: Venus glänzt am Abendhimmel – Wunschzeit zu Nikolaus

Stuttgart. In der früh einsetzenden Abenddämmerung leuchtet am Südwesthimmel als erstes Gestirn Venus auf. Am 4. strahlt sie in maximalem Glanz. Bereits um 19.00 Uhr geht der Abendstern unter. Ihre Untergänge erfolgen im Laufe des Monats immer früher, ein Hinweis dass sich Venus vom Abendhimmel zum Jahreswechsel zurückzieht. Dies wird auch an ihrer abnehmenden Helligkeit deutlich. Zu Silvester geht der Abendstern schon um 17.48 Uhr unter.

Ab Nikolaus geht das Wünschen los

Zwei weitere helle Planeten schmücken den Abendhimmel, nämlich der Riesenplanet Jupiter und der Ringplanet Saturn. Die beiden größten Planeten bereiten ihren Abgang von der nächtlichen Himmelsbühne vor. Zum Jahresende geht Saturn kurz nach 19.00 Uhr unter, Jupiter folgt zwei Stunden später: Kurz vor 21.00 Uhr sinkt er unter die südwestliche Horizontlinie. Merkur taucht zu Silvester am Abendhimmel auf und bietet Anfang Januar 2022 eine bescheidene Abendsichtbarkeit.

Von 6. bis 16. Dezember macht sich der Sternschnuppenstrom der Geminiden bemerkbar. Wie der Name andeutet, scheinen die Geminiden dem Sternbild Zwillinge zu entströmen. Der Ausstrahlungspunkt oder Radiant liegt nahe beim Stern Kastor. In der Nacht vom 13. auf 14. sind die meisten Meteore dieses Stromes zu erwarten. Stündlich ist mit bis zu 150 Meteoren zu rechnen. Dabei erscheinen auch sehr helle Objekte, gemeinhin als Boliden oder Feuerkugeln bezeichnet. Die günstigste Beobachtungszeit liegt zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens. Es handelt sich um mittelschnelle Meteoroide mit Eindringgeschwindigkeiten von 35 Kilometer pro Sekunde, das sind 126.000 Kilometer pro Stunde. Mit dieser Geschwindigkeit wäre man von der Erde schon nach drei Stunden beim Mond.

Mars am Morgenhimmel

Nach langer Absenz vom Nachthimmel erscheint Mitte Dezember Mars erstmals wieder am Morgenhimmel. Gegen halb sieben morgens kann man mit seinem Aufgang im Nordosten rechnen. Etwa zwanzig Minuten später sollte man den rötlichen Planeten erkennen. Ein Fernglas ist zu empfehlen, will man Mars aufspüren. Am 26. wandert Mars nördlich an dem ebenfalls rötlichen Antares, Hauptstern des Skorpions, vorbei. Jetzt kann man gut beide miteinander vergleichen. Zurzeit ist Antares ein wenig heller als Mars. Aber im kommenden Jahr wird Mars kräftig heller und bis Dezember zu einem auffälligen Gestirn am Nachthimmel werden.

Am 4. tritt um 8.43 Uhr die Neumondphase ein. Nur gut zwei Stunden später erreicht der Mond mit 356 800 Kilometer seinen kürzesten Abstand des ganzen Jahres von der Erde. Das Zusammenfallen von Neumond und extremer Erdnähe führt zu Springfluten und starken Gezeitenkräften. Gleichzeitig schiebt sich der Mond vor die Sonne und verfinstert sie. Die totale Sonnenfinsternis am 4. ist allerdings nur in den südlichsten Gebieten der Erde beobachtbar.

Vollmond wird am 19. um 5.35 Uhr erreicht. In der Nacht vom 17. auf 18. zieht der Mond an Aldebaran nördlich vorbei. Aldebaran markiert das rote Auge des Stieres. Am 18. befindet sich der Mond auch in Erdferne, wobei ihn 406 320 Kilometer von uns trennen.

Die Wintersternbilder

Wer gegen zehn Uhr abends zum Himmel blickt, sieht bereits die Wintersternbilder. Im Südosten steht der Himmelsjäger Orion, das Leitsternbild des Winterhimmels. Auffallend sind die drei in einer geraden Linie stehenden Gürtelsterne. Darunter sieht man bei klarem und dunklem Himmel ein kleines Lichtfleckchen. Es ist der Orionnebel, eine gewaltige Staub- und Gaswolke. Eingebettet in ihr sind junge, heiße Sterne, die nur wenige Millionen Jahre alt sind. Unsere Sonne ist hingegen mit fast fünf Milliarden Jahren rund tausend Mal älter. Der Sternenglanz im Orionnebel wird erst im lichtstarken Fernglas deutlich. Es wimmelt von blau-schimmernden Sonnen, die die Staubwolken im Orionnebel beleuchten. Der Orionnebel ist ein Sternentstehungsnest. Noch heute werden dort in 1500 Lichtjahren Entfernung neue Sonnen geboren.

Knapp über dem Südosthorizont ist eben Sirius aufgegangen. Er ist der Hauptstern im Großen Hund und hellster Fixstern am irdischen Firmament. Sirius, der ein bläuliches Licht aussendet, ist mit nur knapp neun Lichtjahren Entfernung eine Nachbarsonne unserer Sonne. Hoch über unseren Köpfen erblickt man das Sternbild Stier mit dem orange leuchtenden Stern Aldebaran, der das Stierauge markiert. Im Stier sind die beiden Sternhaufen Plejaden und Hyaden, das Regengestirn, beheimatet. Sie sind wunderschöne Fernglasobjekte.

Wintersonnenwende ist am 21. Dezember

Fast im Zenit hält sich die gelbe Kapella im Fuhrmann auf. Der Fuhrmann gilt als Erbauer des Himmelswagens, der weit im Nordosten zu sehen ist. Am Osthimmel haben sich die Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux emporgeschwungen. Im Südosten steht etwas einsam Prokyon im Kleinen Hund. Prokyon heißt so viel wie Vorhund. Denn er geht vor Sirius im Großen Hund auf. Mit elf Lichtjahren Entfernung gehört Prokyon ebenfalls zu den Nachbarsternen unserer Sonne.

Am 21. Dezember tritt die Wintersonnenwende ein. Um 16.59 Uhr passiert die Sonne den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn. Der Winterpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock. Er liegt im Sternbild Schütze. Am 21. Dezember erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres.

RND/dpa