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Das ZDF hat für ein Thumbnail eines Beitrags in der Mediathek Kritik geerntet (Symbolbild). Quelle: picture alliance/dpa

Kritik an diskriminierendem Video-Thumbnail: ZDF reagiert auf Vorwürfe zu Omikron-Beitrag

Das ZDF hat für die Bebilderung eines Info-Beitrages in der Mediathek heftige Kritik geerntet. Der Sender hatte einen Beitrag des „heute-journals“ über die neue Corona-Variante mit dem Bild einer schwarzen Frau auf Youtube hochgeladen.

Das Vorschaubild sorgte vor allem bei Twitter für Aufruhr. Ein Nutzer machte den Sender auf die rassistisch anmutende Darstellung aufmerksam und kommentierte: „Kurze Frage an ZDFheute – wollt ihr mich verarschen?“

Der Nutzer erhielt daraufhin zahlreiche unterstützende Kommentare. Viele Twitter-User sehen die Verknüpfung einer schwarzen Frau in Verbindung mit dem Titel „Omikron: Infektionen explodieren“ für diskriminierend an.

„Was zum Teufel?“, schrieb eine Nutzerin unter dem Tweet. „Die Bebilderung ist auf so vielen Ebenen einfach nur falsch! Unfassbar!“ „Geht‘s noch? Nehmt diese Bebilderung raus! Schlimmer geht‘s kaum“, lautete ein Kommentar. Eine weitere Nutzerin kommentierte: „Da gibt man sich die allergrößte Mühe, die Varianten neutral zu benennen, überspringt sogar Buchstaben – aus Gründen –, um dann …“

Dass das Foto in einen suggestiven Kontext gesetzt wurde, betonte auch ein weiterer Nutzer unter dem Tweet: „[Das Bild] Ist eine Mauer in Südafrika (J.burg?), allerdings geht der Kontext hier völlig verloren, sodass man genau den Eindruck gewinnen kann, den niemand gewinnen sollte. Ich hoffe, liebes ZDFheute, dass es einfach Gedankenlosigkeit war, dieses Bild auch dafür zu verwenden.“

ZDF reagiert sofort auf Anschuldigungen

Der Sender reagierte schnell auf die Anschuldigungen und nahm das Bild wenig später aus der Mediathek. „Wir haben das Thumbnail des betroffenen Videos ausgetauscht, da das vorherige Hintergrundbild in Kombination mit der Headline als Zusammenhang verstanden werden konnte, der nicht beabsichtigt war“, teilte das ZDF via Twitter mit. „Wir bitten um Entschuldigung.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte schon vorige Woche erklärt, warum sie gerade diesen griechischen Buchstaben als Bezeichnung für die Variante B.1.1.529 wählte, als sie sie als besorgniserregend einstufte: Es gehe darum, Missverständnisse und Stigmatisierungen zu vermeiden.

Die UN-Gesundheitsbehörde ist schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, neu auftretende Varianten nach und nach anhand des griechischen Alphabets zu benennen. Damit sollte verhindert werden, dass die Orte, an denen die Mutanten erstmals auftreten, als Bezeichnung verwendet und sprachlich an den Pranger gestellt werden.

Vor Omikron wären nun aber noch die Buchstaben Ny und Xi an der Reihe gewesen. Ny, das auf Englisch Nu heißt, klinge zu sehr nach „new“ (deutsch: „neu“) und wäre daher missverständlich gewesen, hieß es dazu von der WHO.

RND/al mit Material von dpa