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Ein britischer Mann hat mit seinen Kindern diese seltene Goldmünze gefunden. Quelle: Spink

Britischer Hobbyschatzsucher findet eine der teuersten und ältesten mittelalterlichen Goldmünzen

Als sich Michael Leigh-Mallory an einem sonnigen Septembermorgen im vergangenen Jahr mit seinen Kindern auf den Weg zu einem Feld in Devon, einer Grafschaft im Südwesten Englands, machte, ahnte er nicht, dass sich sein Leben für immer verändern würde. Damals machte sich der Hobbyhistoriker mit seinem Sohn und seiner Tochter, bestückt mit einem Metalldetektor, auf die Suche nach historischen Gegenständen. Was dann passierte, daran erinnert sich der zweifache Vater noch genau: Nach etwa 15 Minuten stieß er auf etwas. Es war eine Münze, bedeckt von Erde. „Als ich sie ausgrub, glitzerte die Sonne auf dem darauf abgebildeten König.“ Er habe sofort gewusst, dass sie aus Gold ist. „Mir blieb fast das Herz stehen.“

Der 52-Jährige ging zwar davon aus, dass er einen besonderen Schatz gefunden hat, wie wertvoll dieser aber tatsächlich ist, ahnte er nicht. Um mehr über das Goldstück herauszufinden, veröffentlichte er schließlich ein Bild von der Münze in den sozialen Medien. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Brite hat ganz besondere Rarität ausgebuddelt

Immer mehr Experten und Expertinnen wurden auf den Post des 52-Jährigen aufmerksam und schnell war klar: Leigh-Mallory hat an diesem Tag im September gemeinsam mit seinen Kindern eine ganz besondere Rarität aus dem Feld ausgebuddelt. Denn die Goldmünze ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr alt und überdies extrem selten.

Das ganze Geheimnis der Münze lüfteten in den Wochen danach unter anderem Wissenschaftler des King’s College London und der University of Manchester. Sie bestätigten nicht nur, dass die Münze aus Gold hergestellt wurde. Eine Seite zeigt überdies das Porträt des bärtigen Heinrich III. auf seinem Thron sitzend in der Londoner Kirche Westminster Abbey.

Münze wurde wohl 1257 hergestellt

Außerdem fanden sie heraus, dass sie wohl im Jahr 1257 hergestellt wurde, vor 756 Jahren also. Auch wem die Münze gehört hat, wollen die Experten und Expertinnen in Erfahrung gebracht haben. Sie soll im Besitz von John de Hyden gewesen sein, einem ehemaligen Gutsherrn. Dieser soll sie vom König erhalten haben, möglicherweise als Lohn für seine Dienste während eines Feldzuges in Wales.

Was das Goldstück so besonders macht, ist aber nicht nur sein Alter und seine Geschichte. Von den 37.000 Exemplaren, die einst in den Umlauf gebracht wurden, sind aktuell nur acht Exemplare bekannt. Und: Der letzte Fund ist 260 Jahre her.

Münze erhält viel Aufmerksamkeit bei Auktion

Dementsprechend erhielt die Münze dieser Tage auch viel Aufmerksamkeit, als sie schließlich durch ein Londoner Auktionshaus versteigert wurde, bestätigte der Münzenkenner Gregory Edmund. Er war es auch, der letztlich den Hammer schwang und den Münzdeal besiegelte, nachdem er laut eigenen Angaben von Angeboten am Telefon und über das Internet sprichwörtlich überflutet worden war.

Schließlich ging die Münze für 540.000 Pfund, rund 648.000 Euro, an einen anonymen Käufer, der möchte, dass das Stück in einer kulturellen Einrichtung oder einem Museum ausgestellt wird. Damit ist die von Leigh-Mallory gefundene englische mittelalterliche Münze nicht nur die älteste, sondern auch die teuerste, die jemals bei einer Auktion verkauft wurde.

Familienvater kann sein Glück kaum fassen

Der Familienvater jedenfalls kann sein Glück immer noch kaum fassen: „Es ist wirklich ziemlich surreal“, sagte er. „Ich bin nur ein normaler Typ, der mit seiner Familie in Devon lebt. Für uns ist das eine Geldsumme, die unser Leben verändern wird.“

Er will den Erlös aus dem Fund mit dem Landbesitzer teilen und plant, mit dem Geld die Ausbildung seiner Kinder, der 13-jährigen Tochter Emily und dem zehnjährigen Sohn Harry, zu finanzieren. Denn schließlich habe er den Fund vor allem ihnen zu verdanken, meinte Leigh-Mallory: „Hätte ich meinen Kindern nicht versprochen, mit ihnen auf Schatzsuche zu gehen, wäre diese Goldmünze vielleicht niemals gefunden worden.“

Von Susanne Ebner/RND