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Das Logo des ZDF. Quelle: picture alliance / 360-Berlin

ZDF-Fernsehrat entschuldigt sich für peinliche Tweets in der Nacht

Es begann mit dem Retweet zweier anstoßender Bierkrüge, dann wurde es noch merkwürdiger – und tatsächlich auch peinlich: Der ZDF-Fernsehrat hat am Sonntagnachmittag um Entschuldigung für eine Reihe von in der Nacht zu Sonntag abgesetzten Tweets gebeten. Zunächst hatte das Medienportal DWDL darüber berichtet.

Ausgangspunkt war ein vom Pianisten Igor Levit bei Twitter veröffentlichtes Foto, das ein Klavier und eine auf einem Hocker stehende Bierflasche zeigt. In der Nacht zu Sonntag um 0.43 Uhr antwortete der verifizierte Account des ZDF-Fernsehrats (rund 2000 Follower) mit den Worten „Sieht ein bisschen aus wie Anal Intruding bei der Arbeit. Könnte aber auch Beethovens 1. Klavier­konzert sein!?“

„Ihr sollt nicht so viel Alkohol trinken!!“, antwortete Levit rund 40 Minuten später, woraufhin der Twitter-Account des ZDF-Fernsehrats schrieb: „Auch nicht, um arbeitsfähig zu bleiben? Machst du doch auch!“ Es folgten bis spät in die Nacht noch einige weitere Tweets, in einem heißt es etwa: „Also eins ist ja mal klar: Der Fernsehrat ist so breit und so bunt wie unsere Gesellschaft! (Na o.k., im Moment ist er vor allem breit ).“ Sämtliche Tweets waren auch am Sonntagabend noch veröffentlicht.

ZDF-Fernsehrat: „Sichergestellt, dass so etwas nicht wieder vorkommt“

Am Sonntagnachmittag veröffentlichte der ZDF-Fernsehrat einen Tweet „in eigener Sache“. „In diesem Account wurde in einer Weise kommuniziert, die den Aufgaben, dem Selbstverständnis und den Gepflogenheiten des Gremiums in keiner Weise gerecht wird.“ Es sei sichergestellt, dass so etwas nicht wieder vorkomme. „Eine nüchtern-wertschätzende Kommunikation ist Voraussetzung für den Diskurs, für den der Fernsehrat stets eintritt“, heißt es abschließend. Wie es zu den merkwürdigen nächtlichen Tweets gekommen ist und wer sie abgesetzt hat, erklärte der Fernsehrat in seiner Stellungnahme nicht.

Das Gremium soll die Einhaltung der Programm­richtlinien und die im Rundfunk­staatsvertrag aufgestellten Grundsätze überwachen, Vorsitzende ist Marlehn Thieme.

RND/seb