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Wie sind Dinosaurier gestorben? Forscher vermuten, dass ein Asteroideneinschlag verantwortlich war (Symbolbild). Quelle: Pixabay

Perfekt erhaltenes Dino-Bein entdeckt – Hinweis auf Schicksal der Dinosaurier?

Tanis, North Dakota. Laut BBC-Informationen haben Forschende in einer Grabungsstätte in Tanis, North Dakota (USA), Fossilien gefunden, die genauere Belege für den Asteroideneinschlag auf der Yucatán-Halbinsel liefern könnten, der vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht haben soll. Während der Asteroideneinschlag als gesichert gilt, fehlen bislang eindeutige Beweise dafür, dass die Dinosaurier wirklich infolge des Einschlags gestorben sind. Unter den Funden: ein besonders gut erhaltenes Dinosaurierbein, mutmaßlich vom Thescelosaurus.

Drei Jahre lang hat die BBC für die Dokumentation „Dinosaurs: The Final Day“ in Tanis gefilmt, die am 15. April ausgestrahlt wird. Darin sichtet der Naturforscher und Tierfilmer Sir David Attenborough gemeinsam mit Experten die Fossilien, die teilweise zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden. „Tanis könnte ein Ort sein, an dem uns die Überreste einen beispiellosen Einblick in das Leben der allerletzten Dinosaurier geben und ein minutengenaues Bild davon geben können, was passiert ist, als der Asteroid einschlug“, so Attenborough gegenüber der BBC.

„Wir haben an der Grabungsstätte so viele Details, die uns erzählen, was augenblicklich passiert ist, es ist fast so, als würde man es sich in Filmen ansehen. Sie sehen sich die Felssäule an, Sie sehen sich die Fossilien dort an und es bringt Sie zurück bis zu diesem Tag“, sagte Robert DePalma, Doktorand an der Universität Manchester, Großbritannien, der die Tanis-Ausgrabung leitet, gegenüber BBC.

Ein Dinosaurierbein wirft Fragen auf

Das Dinosaurierbein soll komplett mit Haut erhalten sein und ist nur einer von einer ganzen Reihe bemerkenswerter Funde der Lagerstätte Tanis. Laut dem Ausgrabungsteam gilt es als wahrscheinlich, dass der Dinosaurier, von dem das Bein stammt, am Tag des Asteroideneinschlags vor 66 Millionen Jahren gestorben ist. Für die Dokumentation hat das BBC-Team weitere Experten das Bein begutachten lassen, etwa Professor Paul Barrett vom Londoner Natural History Museum. Er vermutet, dass es vom Thescelosaurus stammt. Bislang hätte es noch keine Erkenntnisse darüber gegeben, wie dessen Haut ausgesehen hat. Der Fund zeige, dass diese Dinosaurierart schuppig wie Eidechsen gewesen sei – und nicht gefiedert wie ihre fleischfressenden Zeitgenossen.

Außerdem sehe der Fund so aus, als sei dem Tier das Bein abgerissen worden. „Es gibt keine Anzeichen für eine Krankheit am Bein, keine offensichtlichen Pathologien, keine Spuren, die darauf hindeuten, dass das Bein geplündert wurde, wie Bisswunden oder fehlende Teile des Beins“, so Barrett. „Die Vermutung, die wir haben, ist also, dass es sich um ein Tier handelt, das mehr oder weniger sofort gestorben ist.“ Das würde bedeuten, dass der Dinosaurier sein Bein durch den Asteroiden-Einschlag verloren hat und daran verendet ist.

Experte skeptisch

Professor Steve Brusatte von der Universität Edinburgh begutachtet den Fund hingegen skeptisch. Es brauche weitere Untersuchungen von Fachleuten, sagte er der BBC. Er ist Anhänger der Theorie, dass dieser Dinosaurier und andere Tiere bereits vor dem Einschlag des Asteroiden tot waren. Demnach sollen die Dinosaurier durch den Einschlag an die Erdoberfläche befördert und dann wieder von Erde bedeckt worden sein, wodurch es erscheint, als seien sie zeitgleich zum Asteroideneinschlag verstorben.

In der Lagerstätte Tanis liefen bereits ab dem Jahr 2008 Ausgrabungen. Der breiten Öffentlichkeit ist sie seit 2019 bekannt, als das US-Magazin „The New Yorker“ über die Arbeit von DePalma berichtete. Sie liegt in den Hügeln von North Dakota. Bisherige Funde passen zur Theorie, dass der Asteroideneinschlag für den Tod von etwa drei Vierteln der Dinosaurierarten verantwortlich ist, wie im Februar 2022 auch ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift „Nature“ schrieb. Demnach sollen Untersuchungen an Fischen belegen, dass der Asteroid vor 66 Millionen Jahren im Frühling auf der Nordhalbkugel eingeschlagen ist.

RND/vv