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Eine Raumkapsel des US-Unternehmens Boeing mit einer Dummy-Puppe an Bord hat die Internationale Raumstation ISS erreicht. Quelle: Uncredited/NASA via AP/dpa

Erfolgreicher Test: Boeing-Kapsel dockt an der ISS an

Cape Canaveral. Der „Starliner“ war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zum dem Testflug gestartet, nachdem er über Jahre hinweg wegen Pannen und anderen Rückschlägen am Boden hatte bleiben müssen. Die Ankunft an der ISS am Freitag (US-Ortszeit) galt deshalb als großer Erfolg für Boeings krisengeschütteltes Raumfahrtprogramm.

Erste bemannte Boeing-Mission noch in diesem Jahr möglich

Das sei „ein großer Meilenstein“, funkte Nasa-Astronaut Bob Hines von der ISS. Der „Starliner“ mache sich auf der Vorderseite der Station gut, sagte Hines. Neben der Dummy-Puppe „Rosie the Rocketeer“ hatte die Raumkapsel Nachschub für die Astronauten an Bord. Gefüllt mit Experimenten soll sie auf die Erde zurückkehren, wo sie am Mittwoch in New Mexico erwartet wird.

Wenn auch sonst alles nach Plan verläuft, könnten bis zum Jahresende zwei oder drei Astronauten der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa zur ersten bemannten Boeing-Raumfahrtmission aufbrechen. Die Nasa wäre dann nicht mehr nur auf das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk angewiesen, sondern hätte ein konkurrierendes Privatunternehmen zur Auswahl.

Beim ersten Testflug des „Starliners“ 2019 hatte es derart massive Softwarepannen gegeben, dass die Kapsel in eine falsche Umlaufbahn einbog. Bei der ISS kam sie nie an; die Mission wurde abrupt abgebrochen, wobei der „Starliner“ fast zerstört worden wäre.

Boeing will zu SpaceX aufschließen

Nach Dutzenden Sicherheitsreparaturen kehrte Boeing im vergangenen Sommer mit einer anderen Kapsel zur Startrampe in Florida zurück. Verrostete Ventile vereitelten jedoch den Countdown, eine neue Runde von Reparaturen wurde nötig.

Allein das langwierige Testprogramm hat Boeing fast 600 Millionen Dollar (rund 567 Millionen Euro) gekostet. Der Luftfahrtkonzern will zu SpaceX aufschließen, das für die Nasa bislang 18 Astronauten, Touristen sowie Fracht zur ISS befördert hat.

RND/AP