Donnerstag , 1. Oktober 2020
Die Einschätzung der Expertin: Pro Kilo Hundegewicht sind 100 Milliliter Flüssigkeit innerhalb von 24 Stunden unbedenklich. Quelle: Florian Schuh/dpa-tmn

Trinkt mein Tier zu viel? Exaktes Messen hilft dabei, Krankheiten zu erkennen

Gerade in den warmen Sommermonaten haben Tiere oft großen Durst. Aber ohne genaue Angabe lässt sich kaum beurteilen, ob die Trinkmenge des Vierbeiners im normalen Bereich liegt oder ob ein Krankheitsbild vorliegt. Eine Tierärztin erklärt, wie viel Durst normal ist und wie man ihn am besten misst.

Berlin. „Mein Hund trinkt so viel, ist das normal?“, wird der Tierarzt oft gefragt. Will der dann wissen, wieviel der Vierbeiner denn tatsächlich trinkt, können das Hundehalter meist nicht beantworten. Tierbesitzer müssen daher zunächst exakt ermitteln, wieviel das Sorgenkind zu sich nimmt, erklärt Tina Hölscher, Tierärztin der Organisation Aktion Tier.

Dies gelingt am besten, indem man morgens eine abgemessene Menge Wasser in den Wassernapf gibt. Am nächsten Morgen misst man dann, was übrig ist. Hinzugerechnet werden müsse aber auch die Menge an Flüssigkeit, die über das Futter aufgenommen wird. Nur so erhalte man genaue Werte.

So enthält Dosenfutter einen Flüssigkeitsanteil von 80 Prozent – bei einer 400-Gramm-Dose kommen also 320 Milliliter Wasser hinzu. Bei reiner Trockenfutter-Ernährung falle dieser feuchte Anteil hingegen weg.

Am Messtag müsse peinlich genau darauf geachtet werden, dass das Tier nicht aus Pfützen oder Bächen trinkt. Das würde das Ergebnis verfälschen, so die Veterinärin. Ihre Faustregel: An Tagen ohne Extrem-Temperaturen und durchschnittlicher Aktivität lägen 100 Milliliter Wasser pro Kilo Körpergewicht im gesunden Bereich. Ein 10-Kilo-Hund etwa sollte also nicht mehr als einen Liter Wasser in 24 Stunden benötigen.

RND/dpa