Online-Dating ist während der Corona-Krise ein beliebtes Mittel der Kontaktaufnahme (Symbolfoto). Quelle: Shutterstock

Liebe im Internet: Verbraucherzentrale gibt Tipps für die digitale Partnersuche

Das Online-Dating ist während der Corona-Krise ein beliebtes Mittel, um potenzielle Partner kennenzulernen. Bei der Masse an Kontaktbörsen, Dating-Apps und Vermittlungen können suchende Singles schnell den Überblick verlieren. Die Verbraucherzentrale gibt daher Tipps für die digitale Partnersuche.

Längst ist das Internet ein beliebter Ort geworden, an dem Singles erstmals Kontakte knüpfen, flirten und sich für ein Date in der realen Welt verabreden. Das Kennenlernen vom heimischen Sofa aus hat sich gerade während des Corona-Lockdowns als bequeme Alternative bewährt. Die Akzeptanz für die Liebe per Mausklick steigt unterdessen weiter an.

Ob Parship, Tinder oder Lovoo: Die Auswahl an Dating-Apps und Flirt-Plattformen kann dabei überfordernd sein. Auch dem Schutz der Privatsphäre sollte beim Online-Dating besondere Beachtung geschenkt werden. Sogenanntes Romance-Scamming, bei dem Betrüger sich das Vertrauen von Nutzern erschleichen, gehört zu einer verbreiteten Gefahr bei der digitalen Suche nach der Liebe.

Was ist der Unterschied zwischen Singlebörsen und Partnervermittlungen?

Für eine sichereren Umgebung hat die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite daher einen Leitfaden veröffentlicht, der Tipps zum Online-Dating bereithält. Zunächst werden die Begrifflichkeiten geklärt. Bei Kontakt- oder Singlebörsen stellt der Anbieter die Plattform zur Verfügung. Hier können Nutzer selbst ein Profil anlegen, das etwa Fotos, eine Beschreibung und Informationen zu Wohnort, Hobbys und Interessen enthält. Dieser erste Schritt erfolgt meist kostenlos. Die Angebote finanzieren sich anschließend über Premium-Mitgliedschaften, die zum Beispiel einen unbegrenzten Zugang, spezielle Funktionen oder die Kontaktaufnahme ermöglichen. Die Auswahl an potenziellen Bekanntschaften wird mittels Algorithmus angezeigt. Bestimmte Filter-Optionen wie etwa die Nähe zum Wohnort ermöglichen eine spezifischere Suche.

Bei Partnervermittlungen wird die Auswahl meist noch händisch übernommen. Zu Beginn erstellt die Agentur gemeinsam mit dem Kunden ein Profil auf Grundlage eines Fragebogens. Dabei geht es etwa um Einstellungen, Wünsche und politisch-weltanschauliche Ansichten. Per E-Mail erhalten Registrierte dann auf sie zugeschnittene Vorschläge. Ist etwas Passendes dabei, so gibt die Vermittlung die Kontaktdaten preis und das Chatten kann beginnen. Die Dienste der Partnervermittlungen sind in der Regel kostenpflichtig.

Tipps für sicheres Online-Dating

Private Informationen wie der Wohnort, der volle Name oder die Handynummer sollten bei der Suche nach der Liebe oder einem romantischen Abenteuer erst preisgegeben werden, wenn sich genügend Vertrauen zu dem Gegenüber entwickelt hat. Sensible Informationen sollte man am besten nicht vor dem ersten Treffen teilen. “Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie beim Online-Dating eine eigens dafür angelegte E-Mail-Adresse nutzen, die Sie später wieder löschen können”, rät die Verbraucherzentrale.

Zudem gilt es zu beachten, dass sich Nutzer in ihren Profilen häufig in idealisierter Form darstellen. Fotos sind oft bearbeitet oder zeigen nur einen Ausschnitt und auch die offen gelegten Informationen können von der Realität abweichen. Manche Kontakte kommen in der analogen Welt daher anders daher, als ihr Profil vermuten lässt.

Achtung vor 0900er-Nummern

Um unseriöse Dienste zu vermeiden, sollten Nutzer vor der Registrierung überprüfen, ob im Impressum Name, Adresse und Rufnummer eines Verantwortlichen genannt sind. Gute Noten bei Bewertungsportalen und Vergleichstests sagen laut der Verbraucherzentrale nicht viel über die tatsächliche Qualität der Plattform oder der Vermittlungsagentur aus. Für eine objektive Beurteilung ist es wichtig zu erfahren, aus welcher Quelle die Bewertungen oder Tests stammen.

Die AGB sollten sich Nutzer vor einer Registrierung aufmerksam durchlesen, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Hier können Nutzer erkennen, ob die Plattform ungewünscht Daten an Dritte etwa für Werbezwecke weitergeben darf. Auch die Rahmenbedingungen für eine Kündigung sind wichtig. Meist müssen bestimmte Fristen eingehalten werden. Besondere Vorsicht gilt bei Gratis- oder Lockangeboten wie “1 Euro für 14 Tage”. Dahinter können sich langfristige und teure Abos verbergen.

Auch Telefonnummern, die mit einer 0900er-Nummer beginnen, können teuer werden und sollten vermieden werden. Grundsätzlich ist ein gewisses Misstrauen auf Dating-Portalen angebracht, um nicht auf Romance-Scamming und andere Betrüger hereinzufallen. Telefonnummern, die mit einer 0900er-Nummer beginnen, können teuer werden und sollten vermieden werden.

RND/mkr