Dienstag , 29. November 2022
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„I am having a good day“, also „Ich habe einen guten Tag“, lautet die Analyse der App. Quelle: Melina Runde/RND

Wie geht es meiner Katze? App soll Antwort darauf liefern

Faucht eine Katze, ist klar: besser Abstand halten. Dann braucht sie vor allem erst einmal Freiraum. Schnurrt sie, steht meist auch fest, dass sie sich wohlfühlt. Nun gibt es aber Katzen, die nicht andauernd umherschnurren – oder die Krallen ausfahren. Woher weiß ich also, wie es meiner Katze in diesem Moment geht?

Eine App soll dabei helfen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) soll Tably Gestik und Mimik der Katze entschlüsseln und so sagen können, ob diese sich gut oder schlecht fühlt. Basierend auf dem sogenannten Feline Grimace Scale, ursprünglich von der kanadischen Universität Montreal entwickelt, analysiert das Programm Ohren, Augen, Maul, Schnurrhaare und Kopfposition. Nach eigenen Angaben wurde die App zusätzlich zusammen mit Tierärztinnen und Tierärzten entwickelt. „Sie kombiniert maschinelles Lernen und tierärztlich geprüfte Schmerzskalen auf eine neue und einzigartige Weise, die es in der Welt der Tiergesundheit noch nie gegeben hat“, heißt es von den Entwicklern Sylvester.ai selbst.

Wie funktioniert die App?

Beim Öffnen der App stellt diese Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, zum einen ein Foto aus der Galerie hochzuladen oder ein aktuelles zu schießen. Wollen Katzen­besitzerinnen und Katzenbesitzer direkt wissen, wie es der Katze geht, wird der zweite Modus ausgewählt. Dann wird die Kamera eine Zeit lang auf die Katze gehalten – bis das Programm die Katze vollständig analysiert hat. Ab hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die Katze hat einen guten oder einen schlechten Tag.

Ist die App zu dem Ergebnis gekommen „today is a bad day“, können Nutzende auswählen, weitere Fragen über die Katze zu beantworten: Atmet die Katze mit offenem Mund? Isst sie? War sie schon auf der Katzentoilette? Ist alles wie immer, sollte laut App später noch einmal gemessen werden. Falls nicht, rät die App, mit der Katze zum Tierarzt oder zur Tierärztin zu gehen.

App nicht immer treffsicher

Die Entwickler selbst nennen jedoch auch einige Limitationen der App. So funktioniere sie nur an erwachsenen Katzen. An dunkelhaarigen Tieren könne die KI außerdem schwieriger die Gesichtszüge erkennen und sei somit weniger akkurat, heißt es. Weniger genau sei das Programm zudem bei Katzen mit sogenannter Brachycephalie, auch Kurzköpfigkeit, wie es zum Beispiel bei Perserkatzen der Fall ist. Langköpfige Tiere, die von der sogenannten Dolichocephalie betroffen sind, könnten ebenfalls weniger gut per App entschlüsselt werden.

Ohnehin ist fraglich, wie genau und aussagekräftig die App tatsächlich ist. Im Test zeigte sich, dass auch eine schnurrende Katze als „schlecht gelaunt“ interpretiert wurde. Ist eine Katze zudem gerade erst aufgewacht, hat sie laut dem Programm, wegen den nur leicht geöffneten Augen, auch schnell einen „bad day“. Da die App aber als KI maschinell dazulernt, könnte sie – je mehr Menschen sie benutzen – auch stets besser und genauer werden.

Von Melina Runde/RND