Mittwoch , 30. November 2022
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So sah das Brandenburger Tor noch nie aus: ein Snapchat-Filter umhüllt es mit Kunststoffabfällen. Quelle: Snapchat

Wenn das Brandenburger Tor in Kunststoffabfällen versinkt: Snapchat visualisiert mit Filter Plastikmüllproblem

Kulleraugen, Altersfalten, Hundeschlappohren: normalerweise sind Snapchat-Filter dazu da, das Gesicht für Selfies zu verändern oder auf humorvolle Art und Weise zu verunstalten. Einige Lenses verfolgen dagegen ein anderes Ziel. Die Bundeswehr nutzte in der Vergangenheit einen Filter als Teil ihrer Werbekampagne für ihren Mali-Einsatz und erntete dafür Kritik, die Deutsche Bahn und Polizei ließen sich Anwendungen für die Personalsuche programmieren. Der neue Filter der Foto-App ist dagegen fast schon dystopisch: die #PlasticGate-Lens verwandelt die Umgebung in einen Müllberg. Ab 28. September 2022 ist er verfügbar.

Snapchat-Filter verwandelt Wohnzimmer in Müllhalde – und informiert über Plastikmüll

Für die Visualisierung nutzt Snapchat Augmented Reality (deutsch: erweiterte Realität) – eine Technologie, die das digitale und analoge Leben zusammenführt. Dadurch lässt sich das Brandenburger Tor vollständig von Plastikmüll umhüllen, wenn Nutzerinnen und Nutzer die Kamera mit aktivierter Lense vor das Berliner Wahrzeichen halten. Und auch außerhalb Berlins können sie dabei zusehen, wie der Filter die gewohnte Umgebung in Plastikmüll versinken lässt. Im eigenen Wohnzimmer bleibt nichts verschont: Auf Sofa, Tisch und Boden stapeln sich Plastikflaschen, Mülltüten und Becher.

Snapchat will laut eigener Aussage vor allem die junge Generation Z, zu der 13 bis 24 Jahre alte Menschen gehören, dazu animieren, sich über die Umweltverschmutzung durch Plastik zu informieren und aktiv zu werden. „Augmented Reality entwickelt eine besondere Kraft, indem die Technologie die physische Welt mit digitalen Informationen anreichert“, sagt Lennart Wetzel, Head of Public Policy DACH bei Snap. Wenn Nutzerinnen und Nutzer die Lense anwenden, erhalten sie die Information, dass Deutschland im Jahr 6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle verursacht.

RND/bk