Donnerstag , 22. Oktober 2020
Eine Demonstrantin mit einem Plakat mit der Aufschrift "Free all Journalists" (Symbolbild). Quelle: imago images/IPON

Reporter ohne Grenzen bestürzt über Todesurteile gegen Journalisten

Die Zahl der Journalisten, die weltweit mit einer Hinrichtung rechnen müssen, steigt auf neun. Das teilt die Organisation Reporter ohne Grenzen mit. Der Vereinsgeschäftsführer Christian Mihr zeigt sich bestürzt über die „archaischen und barbarischen Strafen“.

Berlin. Die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigt sich bestürzt über Todesurteile gegen Journalisten in mehreren Ländern. Dieses Jahr seien bereits vier Medienschaffende im Jemen und ein Redakteur im Iran zum Tode verurteilt worden und könnten jederzeit hingerichtet werden, teilte Reporter ohne Grenzen am Freitag mit. „Es ist unvorstellbar, dass Journalistinnen und Journalisten auch im Jahr 2020 immer noch zu dieser archaischen und barbarischen Strafe verurteilt werden“, sagte Vereinsgeschäftsführer Christian Mihr.

Die vier jemenitischen Reporter waren den Angaben zufolge vor fünf Jahren von den Huthi-Rebellen entführt, mit Gewalt verhört und gefoltert worden. Zuvor hatten sie unter anderem über den Krieg im Jemen und Menschenrechtsverletzungen durch die Huthis berichtet.

Neun Journalisten müssen mit einer Hinrichtung rechnen

Gegen den iranischen Regierungskritiker Ruhollah Sam, der eine Webseite und einen Kanal auf dem Nachrichtendienst Telegram betrieben hatte, hat ein Teheraner Revolutionsgericht Ende Juni ein Todesurteil verhängt. Sam, der aus dem französischen Exil über politische Korruption im Iran berichtet hatte, war im Oktober 2019 bei einer Reise nach Bagdad entführt worden. “Mit den jüngsten Urteilen steigt die Zahl der Medienschaffenden, die weltweit mit einer Hinrichtung rechnen müssen, auf neun”, listete Reporter ohne Grenzen auf.

RND/dpa