Samstag , 26. September 2020
Jeff Bezos (Mitte, oben), Gründer von Amazon, Mark Zuckerberg (Mitte, rechts), Vorstandsvorsitzender von Facebook, Sundar Pichai (links unten), Chef von Google, und Tim Cook (Zweiter von links unten), CEO von Apple, heben ihre Hand via Videokonferenz im Justizministerium zu einem Eid. Die Chefs der vier Technologieriesen Apple, Amazon, Facebook und Google haben sich bei einer Anhörung im US-Kongress am 29. Juli 2020 in Washington, D.C., gegen den Vorwurf der Marktdominanz und des unfairen Wettbewerbs gewehrt. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Wenn sich Zuckerberg, Bezos und Cook per Video zuschalten

Die Bosse von Apple, Amazon, Facebook und Google wehrten sich bei einer Anhörung im US-Kongress gegen den Vorwurf der Marktdominanz. Die US-Konzerne sind verschiedenen Vorwürfen unfairen Wettbewerbs ausgesetzt, denen die Abgeordneten seit gut einem Jahr nachgehen.

Washington. Die Chefs der vier Technologie-Riesen Apple, Amazon, Facebook und Google haben sich bei einer Anhörung im US-Kongress gegen den Vorwurf der Marktdominanz und des unfairen Wettbewerbs gewehrt.

So verwies Google-Chef Sundar Pichai am Mittwoch darauf, dass viele Nutzer auch bei Online-Handelsplattformen wie Amazon oder Ebay sowie zum Beispiel bei Reisebüros suchten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg betonte, die zugekauften Dienste Instagram und WhatsApp böten dank der Ressourcen des Online-Netzwerks einen besseren Service für ihre Nutzer.

Abgeordnete sehr kritisch gegen Online-Firmen eingestellt

Die vier Konzernchefs waren per Videokonferenz zu der Anhörung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses zugeschaltet. Die US-Konzerne sind verschiedenen Vorwürfen unfairen Wettbewerbs ausgesetzt, denen die Abgeordneten seit gut einem Jahr nachgehen. Die Reihe von Anhörungen soll Impulse für neue Regulierungsmaßnahmen bringen.

Aus dem Eröffnungswort des Unterausschuss-Chefs David Cicilline wurde deutlich, dass die Abgeordneten bereits sehr kritisch gegen die Online-Firmen eingestellt sind. „Unsere Gründer verneigten sich nicht vor dem König, genauso sollten wir uns nicht vor den Kaisern der Online-Wirtschaft verneigen“, sagte der demokratische Politiker. Große Tech-Unternehmen nutzten ihre Marktposition aus, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, sagte Cicilline.

Trump drohte bei Twitter mit Präsidenten-Verfügung

Bei der Anhörung wurde zudem schnell klar, dass die Republikaner im US-Kongress die Anhörung nutzen werden, auch den Vorwurf vorzubringen, dass die Online-Unternehmen konservative Ansichten unterdrücken. Das behauptet unter anderem immer wieder US-Präsident Donald Trump. Er drohte bei Twitter, mit einer Präsidenten-Verfügung gegen die Tech-Konzerne vorzugehen, wenn die Anhörung nicht zufriedenstellend verlaufe.

RND/dpa