Montag , 28. September 2020
An der Nordseeküste wurden im Juni an mehreren Orten Hunderte tote Fische angeschwemmt. Quelle: Rainer Schulz/Schutzstation Watt

Fischsterben durch Elbvertiefung? Erstes Gutachten kann Ursache nicht klären

Die Ursache für das Fischsterben an der Nordseeküste im Juni ist weiterhin ungeklärt. Auch ein erstes Behördengutachten brachte keine abschließenden Erkenntnisse. Im Verdacht stehen immer noch die Baggerarbeiten zur Elbvertiefung.

Hannover/Cuxhaven. Die Ursache eines Fischsterbens im Juni in der Elbmündung bleibt auch in einem ersten Behördengutachten ungeklärt. Damals waren zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel Tausende toter Jungfische, vor allem Heringe und Stinte, aber auch größere Fische gefunden worden. Umweltschützer vermuteten einen Zusammenhang mit den laufenden Baggerarbeiten zur Elbvertiefung.

Fische teilweise verstümmelt aufgefunden

Die Frage nach den Baggerarbeiten als Auslöser könne „allein aufgrund der Befunde bei den aufgefundenen Jungheringen nicht beantwortet werden“, schrieb das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in einem Gutachten, aus dem die Stadt Cuxhaven am Freitag zitierte.

Nach Laves-Angaben wurde ein Teil der Fische verstümmelt aufgefunden. „Nicht zu unterscheiden ist, ob die festgestellten Formveränderungen vor oder nach dem Tode aufgetreten sind“, hieß es. Viele andere mögliche Ursachen schloss das Amt aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, nämlich Infektionserkrankungen, Algentoxine, Sauerstoff- oder Nahrungsmangel.

Umweltministerium will Elbvertiefung genau beobachten

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) sprach von einem ersten Schritt der Aufklärung. „Leider kann das Gutachten nicht endgültig ausschließen, dass nicht auch die Elbvertiefung zum Fischsterben beiträgt“, sagte er.

Unabhängig von der jetzigen Situation sollte die Elbe mit dem Wattenmeer noch intensiver überprüft, kontrolliert und geschützt werden. Auch im Umweltministerium in Hannover sagte ein Sprecher, es müsse weiter gesucht werden. Die Lage solle genau beobachtet werden.

RND/dpa