Samstag , 31. Oktober 2020
Über die Konten von Prominenten ist Werbung für dubiose Krypto-Deals verbreitet worden. Quelle: Monika Skolimowska/zb/dpa

Twitter-Hack: Hacker konnten auch auf Direktnachrichten zugreifen

Mehr als 100 Twitter-Konten mit großer Reichweite sind in der vergangenen Woche gehackt worden. Das Unternehmen hat sich nun erneut zu dem Vorfall geäußert. Demnach hatten die Angreifer auch Zugriff auf die Nachrichten sowie private Informationen.

San Francisco. Bei der Hacker-Attacke auf Twitter vor einer Woche haben die Angreifer bei bis zu 36 der 130 betroffenen Accounts auch auf Direktnachrichten zugreifen können. Bei einem der Opfer habe es sich um einen “gewählten Amtsträger der Niederlande” gehandelt, teilte Twitter in der Nacht zum Donnerstag in dem sozialen Netzwerk mit. Bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Direktnachrichten weiterer ehemaliger oder gegenwärtiger gewählter Amtsträger betroffen gewesen seien.

Bei dem beispiellosen Twitter-Hack wurde am vergangenen Mittwoch über die gekaperten Accounts ein Bitcoin-Betrug beworben: Nutzer wurden aufgerufen, Kryptowährung in Form von Bitcoins einzuschicken, mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen. Betroffen waren Konten von Prominenten wie Barack Obama, Kanye West, Joe Biden und Elon Musk. Der entstandene Schaden wird auf 120.000 Dollar (103.000 Euro) geschätzt.

Angreifer konnten Telefonnummern und Adressen einsehen

Twitter erklärte, einige Mitarbeiter seien “manipuliert” worden und die Angreifer hätten sich mit ihren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. Twitter hatte schon öfter Probleme mit Hackern und übernommenen Accounts. Unklar ist bisher noch, wer hinter dem Angriff steckt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters, könnte das FBI Ermittlungen in dem Fall aufnehmen.

Insgesamt seien 130 Accounts ins Visier der Hacker gekommen, bei 45 sei es ihnen gelungen, das Passwort zurückzusetzen, sich einzuloggen und Tweets zu versenden. Die Angreifer hätten persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern einsehen können – sowie möglicherweise auch andere Informationen.

RND/dpa