Mittwoch , 21. Oktober 2020
Das Facebook-Logo ist auf einem iPad. Quelle: Matt Rourke/AP/dpa

Facebook kontert ätzenden Trump-Post zur US-Briefwahl – mit offizieller Regierungsinfo

Erneut hat US-Präsident Donald Trump gegen Briefwahlen geätzt – diesmal auf Facebook. Der Digitalkonzern versah den Beitrag mit einem Link zu offiziellen Regierungsinformationen. Zuletzt war Facebook für seinen Umgang mit Trumps umstrittenen Äußerungen immer wieder in die Kritik geraten.

Washington. Nach massiver Kritik an Facebook wegen dessen Umgang mit umstrittenen Äußerungen von Donald Trump hat die Plattform nun einen Beitrag des US-Präsidenten zur Briefwahl mit den offiziellen Wahlregelungen verlinkt.

“Briefwahl wird, sofern sie nicht von den Gerichten geändert wird, zur korruptesten Wahl in der Geschichte unserer Nation führen!”, hatte Trump am Dienstag (Ortszeit) auf Facebook geschrieben.

Das Netzwerk versah die Äußerung mit einem Link, der Nutzer zu einer Regierungsseite mit Informationen zur Stimmabgabe bei den US-Wahlen am 3. November leitet.

Facebook war erst vor wenigen Wochen heftig kritisiert worden, weil das Netzwerk umstrittene Äußerungen von Trump nicht von der Plattform nahm oder als problematisch markierte.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg war von Trump-Äußerungen persönlich abgerückt, aber gleichzeitig erklärte er, dass sie im öffentlichen Interesse weiter zugänglich sein müssten.

Auf Twitter fehlt Warnhinweis

Daraufhin hatte das Netzwerk angekündigt, unter anderem Beiträge von Trump und seinem demokratischen Rivalen Joe Biden zum Wahlkampf mit Zusatzinformationen zu versehen. Auch Beiträge Bidens wurden zuletzt entsprechend verlinkt.

Trump veröffentlichte den Post zu den Briefwahlen auch auf Twitter. Dort wurde er diesmal nicht mit einem Warnhinweis versehen.

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie lehnt Trump eine Abstimmung vor allem per Briefwahl ab. Zuletzt hatte er im Gespräch mit Fox News gesagt, dass eine Zunahme der Briefwahl „die Wahl manipulieren“ werde. Konkrete Belege dafür hat er bislang nicht vorgelegt. Die US-Demokraten schätzen die Briefwahl als Option, weil damit möglicherweise mehr ihrer Anhänger abstimmen werden.

RND/dpa