Mittwoch , 28. Oktober 2020
Blick auf den in Spezialplanen gehüllten Rhonegletscher oberhalb von Gletsch in der Nähe des Furkapasses im Schweizer Kanton Wallis. Der älteste Gletscher der Alpen wird durch spezielle weiße Decken vor dem Abschmelzen geschützt. Quelle: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

Rhonegletscher – wenn der Berg Fieber hat

Der Rhonegletscher im Schweizer Kanton Wallis ist der älteste Gletscher der Alpen. An ihm lässt sich das Phänomen der Erderwärmung besonders gut nachweisen. Der Gigant droht abzuschmelzen. Um das zu verhindern, griffen die Schweizer jetzt zu einem alten Hausmittel.

Wenn das Kind Fieber hat, dann helfen schon mal Wadenwickel und kühlende Tücher – wenn die Alpen Fieber haben, soll dasselbe alte Mittel helfen. Der älteste Gletscher der Alpen wird durch spezielle weiße Decken vor dem Abschmelzen geschützt. Erst kürzlich hatten Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg im Fachmagazin “Nature Communications”, berichtet, wie dramatisch der Klimawandel die Gletscher in den Alpen schwinden lässt.

Demnach verloren die Gletscher der Alpen seit der Jahrtausendwende bis 2014 etwa ein Sechstel (17 Prozent) ihres Eisvolumens – mehr als 22 Kubikkilometer. Besonders betroffen sind die Schweizer Alpen. Und hier ganz besonders der Kanton Wallis mit dem größten, dem Großen Aletschgletscher, und dem ältesten, eben dem Rhonegletscher.

Der Große Aletschgletscher verlor mehr als fünf Meter pro Jahr in den unteren Lagen. Um dem massiven Schwund am Rhonegletscher vorzubeugen, wurden Teile des Rhonegletschers mit Spezialplanen verhüllt. Sie sollen ein weiteres Abschmelzen verhindern.

RND/dk