Samstag , 24. Oktober 2020
Verschiedene Ausgaben der Zeitung "New York Times" liegen auf einem Tisch. Quelle: Ole Spata/dpa

Hongkong verweigert “New York Times”-Journalisten die Zulassung

Hongkongs Behörden verweigern einem Korrespondenten der „New York Times“ die Arbeitserlaubnis. Damit wird der Journalist praktisch aus China ausgewiesen. Die Zeitung hat bereits auf den Schritt reagiert.

Hongkong. Hongkongs Behörden verweigern einem Korrespondenten und China-Experten der „New York Times“ die Arbeitserlaubnis. Dem 52-jährigen Chris Buckley sei keine Erklärung gegeben worden, berichtete die Zeitung. Die Entscheidung stieß am Donnerstag auf scharfe Kritik.

Die Journalistenorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) sah einen Verstoß gegen die Pressefreiheit in Hongkong. Die Entscheidung “untergräbt den freien Fluss der Informationen, die für den Erfolg Hongkongs entscheidend ist”.

“New York Times” will Redaktion nach Seoul verlegen

Der langjährige Korrespondent war bereits zuvor praktisch aus China ausgewiesen worden, indem seine Akkreditierung nicht verlängert wurde. Die Verweigerung der Arbeitserlaubnis erfolgt auf den Erlass des Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Es richtet sich gegen Separatismus, Untergrabung der Staatsgewalt, Terrorismus und „geheime Absprachen“ mit Kräften im Ausland, die Peking als chinafeindlich betrachtet.

Als Reaktion auf das Gesetz will die „New York Times“ einen Teil ihres in Hongkong ansässigen Nachrichtenbetriebs nach Seoul verlegen.

RND/dpa