Auf Instagram kommt es immer wieder zu Betrugsfällen. Quelle: Imago

Instagram-Betrugsmaschen: Wie können sich Nutzer schützen?

Falsche Gewinnspiele, Phishing und kostenpflichtige Abos: Bei Instagram tummeln sich zwischen Stories und Postings auch immer wieder Beiträge von Cyberkriminellen. Das Netzwerk selbst warnt vor den gängigsten Betrugsmaschen. Wie sich Nutzer schützen können und was bei einem Betrug zu unternehmen ist.

Soziale Netzwerke bieten Cyberkriminellen immer wieder eine passende Umgebung, um potenzielle Opfer aufzuspüren. Über Kommentare, private Nachrichten oder Freundschafts- beziehungsweise Followeranfragen versuchen die Betrüger in Kontakt mit Nutzern zu treten. Dabei machen sie sich verschiedene Szenarien zunutze. Im eigenen Hilfebereich informiert Instagram über die gängigsten Betrugsmaschen und klärt Nutzer darüber auf, wie sie sich schützen können.

Romantikbetrug bei Instagram

Der digitale Liebesbetrug wird auch Romance-Scamming genannt. Betrüger verschicken an Nutzer romantische Nachrichten und geben vor, auf der Suche nach einer Beziehung zu sein. Der Kontakt wird oft über einen längeren Zeitraum hin aufgebaut. Nachdem eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen wurde, fordern die Betrüger Geld ein, etwa für Reisen oder um Rechnungen zu begleiten. “Bleibe also immer wachsam, wenn du dich mit Personen unterhältst, die du im Internet kennengelernt hast”, warnt Instagram.

Lotteriebetrug: Gefälschtes Profil

Dabei verstecken sich die Betrüger hinter dem gefälschten Profil einer Organisation oder einer Social Media-Plattform und bewerben eine Lotterie. Über eine private Nachricht oder einen Kommentar wird der Nutzer über einen vermeintlichen Gewinn benachrichtigt. Dafür sollen zunächst persönliche Informationen wie Bankdaten geteilt werden. Auch ist es möglich, dass die Betrüger eine Gebühr einfordern.

Kreditbetrug

Ähnlich verhält es sich mit Kreditbetrug. In Kommentaren, Postings oder Nachrichten locken die Betrüger mit vielversprechenden Sofortkrediten zu niedrigen Zinssätzen. Auch hier wird häufig eine erste Zahlung angefordert. Anschließend lassen die Betrüger nie mehr von sich hören.

Investmentbetrug

“Aus 100 Euro macht 1000 Euro” - diese und weitere Angebote klingen zu gut um wahr zu sein. Wer den Aufforderungen folgt, sieht sein Geld meist nie wieder. “Zu den Betrugsmaschen, auf die du achten solltest, gehören sogenannte “Cash Flipping”-Systeme, Ponzi-Systeme, Schneeballsysteme oder “Get Rich Quick”- Methoden”, schreibt Instagram in seinem Hilfebereich.

Jobbetrug

Falsche Versprechungen machen Cyberkriminelle auch mit vermeintlichen Jobangeboten. Vor allem wenn Nutzer dazu aufgefordert werden, Geld an einen potenziellen Arbeitgeber zu überweisen, sollten sie hellhörig werden. Instagram warnt davor, auf weiterführenden Webseiten vertrauliche Daten anzugeben wie etwa Adressdaten oder amtliche Ausweise.

Kreditkartenbetrug

Mit dubiosen Angeboten wollen Betrüger die Kreditkartendaten von Nutzern erschleichen. Dabei werden Dienstleistungen oder Waren zu niedrigen Preisen angeboten. Falls ungewöhnliche Transaktionen auf dem Kreditkarten-Konto erfolgen, sollten sich Nutzer an ihr Finanzinstitut oder die Polizei melden.

Kostenpflichtige Abonnements

Gegen eine Einmalzahlung wird Nutzern ein Abonnement angeboten. Dabei kann es sich jedoch um trügerische Angebote handeln, die in kostenpflichtigen Langzeit-Abos enden. “Vermeide das Abschließen von Abonnements mit unbekannten Dritten, denn im Betrugsfall erhältst du kein bzw. ein mangelhaftes Produkt”, warnt Instagram.

Phishing-Betrug

Es ist eine der häufigsten Betrugsarten: Über eine verdächtige Nachricht oder einen Link, der eine Eingabemaske simuliert, erfragen die Kriminellen sensible Log-In-Informationen. Mithilfe dieser können sie sich Zugang zu fremden Konto verschaffen und so weitere Daten abgreifen. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass das Passwort geändert wird und der Nutzer keinen Zugang mehr auf sein Konto hat.

Betrugsmaschen bei Instagram: So können sich Nutzer schützen

Für mehr Sicherheit auf Instagram rät die Plattform seinen Nutzern zunächst die Verwendung eines sicheren Passwortes. Dieses sollte aus mindestens sechs Zahlen, Buchstaben und Satzzeichen bestehen. Auch sollte es sich von anderen Passwörtern unterscheiden, die für andere Webseiten verwendet werden.

Darüber hinaus bittet das soziale Netzwerk seine Nutzer, das Passwort regelmäßig zu ändern. In manchen Fällen kann Instagram selbst eine entsprechende Aufforderung verschicken. Allerdings sollte überprüft werden, ob sich hinter dem Absender auch wirklich die Plattform verbirgt.

Eine zweistufige Authentifizierung erhöht zudem die Sicherheit, da die Anmeldung für Betrüger erschwert wird. Dabei erhalten Nutzer für das Log-In entweder per SMS oder in einer Authentifizierungsapp zusätzliche Codes, die das Anmelden für Unberechtigte erschwert. Wer einen öffentlichen Computer oder das Telefon eines anderen nutzt, sollte sich zudem nach jeder Instagram-Anmeldung wieder ausloggen.

Instagram: Betrug an die Behörden melden

Generell ist Vorsicht geboten, wenn Personen via Instagram um Geld bitten. Auch warnt das Netzwerk vor Profilen von Organisationen, Unternehmen und Personen öffentlichen Lebens, die nicht durch einen blauen Haken verifiziert sind. Immer wieder kommt es zudem vor, dass sich Personen als Sicherheitsmitarbeiter von Instagram ausgeben, um Kontoinformationen zu erschleichen. Auch bei Beiträgen, die zahlreiche Rechtschreib- und Grammatikfehler aufweisen, sollten Nutzer skeptisch sein.

Ist der Betrug bereits erfolgt, so können sich die Betroffenen an Instagram wenden. Dafür hat das Netzwerk dieses Formular bereitgestellt. Wer von Identitätsdiebstahl betroffen oder einem finanziellem Betrug aufgesessen ist, sollte sich zusätzlich bei den örtlichen Ermittlungsbehörden melden. Diese haben die Möglichkeit, auf direktem Wege mit Instagram in Kontakt zu treten.

RND/mkr