Freitag , 25. September 2020
Immer mehr Firmen haben aus Protest ihre Werbung auf Facebook abgeschaltet.

Facebook erwägt Verbot von Wahlwerbung vor US-Wahlen

Facebook soll ein Verbot von Wahlwerbung auf seinem Onlinenetzwerk vor der US-Präsidentenwahl im November erwägen. Eine von Facebook in Auftrag gegebene Studie sieht Mängel beim Umgang mit umstrittenen Inhalten. Besonders stark wurde das Handeln mit umstrittenen Beiträgen von US-Präsident Donald Trump kritisiert.

Kaum eine Plattform ist für Wahlwerbung so wichtig wie die sozialen Netzwerke: Im November findet die diesjährige Präsidentschaftswahl in den USA statt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwägt Facebook nun ein Verbot für Wahlwerbung vor den US-Wahlen. Grund dafür ist vermutlich die jüngste Kritik am Umgang mit den Posts des derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump.

Kritik wegen Umgang mit Trump-Posts

Facebook ist in den letzten Wochen mehrfach in Kritik geraten. Immer wieder wurde dem Konzern vorgeworfen, in der Vergangenheit zu wenig gegen Fake News unternommen zu haben. Facebook war erst vor wenigen Wochen heftig kritisiert worden, nachdem das Netzwerk umstrittene Äußerungen von US-Präsident Donald Trump nicht von der Plattform nahm oder als problematisch kennzeichnete. Geschäftsführer Mark Zuckerberg hatte die Äußerungen persönlich verurteilt, aber gleichzeitig erklärt, dass sie im öffentlichen Interesse weiter zugängig sein müssten.

Ende Juni kündigte Facebook an, mehr gegen Hass und Falschmeldungen unternehmen zu wollen. Der Konzern denke nun außerdem darüber nach, Wahlwerbung vor den US-Wahlen grundsätzlich nicht zu verbreiten, so Bloomberg. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen.

Externes Gutachten fiel hart für Facebook aus

Das Management selber hatte vor kurzem ein externes Gutachten in Auftrag gegeben. Bürgerrechtler erhoben daraufhin schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Sie äußerten in ihrem Bericht “erhebliche Bedenken” gegen den Umgang mit Veröffentlichungen auf der Internetplattform. Trotz jahrelanger Kritik habe Facebook zu spät gegen Diskriminierung, Hass und Hetze gehandelt. Besonders die Entscheidung, kritische Beiträge von US-Präsident Donald Trump nicht zu löschen, wurde dabei mehrfach kritisiert.

RND/tmo