Donnerstag , 1. Oktober 2020
Viele Nutzer haben aus Angst vor Hassrede schon einmal darauf verzichtet, einen Beitrag zu posten. Quelle: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa-t

Umfrage: Jeder Fünfte ist Opfer von Hassrede im Internet

Besonders junge Menschen kommen im Internet mit Hassrede in Berührung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Universität Leipzig. Als Konsequenz verzichten viele Betroffene darauf, ihre Meinung frei zu äußern.

Eine Forschungsgruppe der Universität Leipzig hat die Ursachen, Folgen und Erscheinungsformen von Hate Speech untersucht. Im Rahmen einer Umfrage wurden Teilnehmer zu dem Thema Hassrede interviewt. Knapp jeder Fünfte der Befragten war schon einmal selbst Opfer von Hate Speech im Internet. Je jünger die Befragten sind, desto höher der Anteil der Betroffenen. 32 Prozent der 16- bis 30-Jährigen wurden bereits mit Hassrede konfrontiert.

Zudem zeigt sich, dass Nutzer eine Veränderung der Atmosphäre im Netz wahrnehmen. Fast 80 Prozent der Befragten bewerten die Stimmung im Internet heute als deutlich aggressiver als noch vor fünf Jahren. Das hat auch Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten und die freie Meinungsäußerung.

Nutzer verzichten aus Angst vor Hass auf Beiträge

42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie aus Angst vor Hassrede bereits auf Beiträge in Foren, sozialen Netzwerken und Chats verzichtet oder einen Beitrag bewusst vorsichtiger formuliert haben. Besonders die Nutzer, die bereits selbst mit Hasskommentaren in Kontakt gekommen sind, zeigten sich vorsichtiger. 68 Prozent sind zurückhaltender, was das Posten von Beiträgen betrifft.

Viele Nutzer finden, dass Hate Speech im Netz im Vergleich zur persönlichen Beleidigung härter bestraft werden sollte. 43 Prozent der Befragten stimmten dem zu. Für eine Umfrage wurden rund 1000 Bürger befragt, die häufig und regelmäßig das Internet nutzen.

RND/mkr