Die Flagge von Israel: Ein kritischer Journalist wurde vom israelischen Sender Kanal 13 entlassen. Befreundete Berufskollegen vermuten politische Hintergründe. Quelle: picture alliance / Winfried Roth

Israelischer Sender feuert prominenten kritischen Journalisten

Der israelische Sender Kanal 13 kündigt seinem Mitarbeiter Barak Rawid. Der Journalist war bekannt für Enthüllungsstorys und kritische Berichte, der Sender nennt seine berufliche Leistung "dürftig". Ein befreundeter Zeitungsjournalist sieht in dem Rauswurf ein "politisches Attentat".

Der israelische Sender Kanal 13 hat dem für Enthüllungsgeschichten und kritische Berichterstattung über Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekannten Journalisten Barak Rawid gekündigt. Der diplomatische Korrespondent war Medienberichten zufolge einer von fast 40 Mitarbeitern, die am Sonntag Kündigungsschreiben erhielten.

Befreundeter Journalist: Kündigung hat den “Geruch eines politischen Attentats”

Rawid ist für seine exklusiven Berichte über die Beziehungen Israels zu den USA, der Europäischen Union und anderen Staaten bekannt. In den vergangenen Monaten führte er exklusive Interviews mit US-Präsident Donald Trumps Nahost-Berater Jared Kushner und dem Außenminister Bahrains.

Eine mit der Lage bei dem Fernsehsender vertraute Person sagte, in Rawids Kündigungsschreiben stehe, dass seine berufliche Leistung dürftig gewesen sei. Noa Landau, diplomatischer Korrespondent der Zeitung "Haaretz" und Freund Rawids, twitterte, die Entlassung habe den "Geruch eines politischen Attentats". Kanal 13 erklärte gegenüber "Haaretz" der Sender müsse sich wegen Sparmaßnahmen von Mitarbeitern verabschieden.

RND/AP