Freitag , 25. September 2020
Bei einer neuen Pro7-Musikshow nach einer Idee von Stefan Raab singen Kandidaten unter einer schalldichten Kuppel. Quelle: picture alliance / Matthias Balk

“FameMaker”: Hat Stefan Raab seine neue Show nur abgekupfert?

Vor drei Wochen wurde ein neues Showformat von Stefan Raab angekündigt. Doch nun gibt es Zweifel, ob “FameMaker” tatsächlich von dem Entertainer entwickelt wurde. Das Konzept ähnelt auffällig dem südkoreanischen Erfolgsformat “I Can See Your Voice”.

Köln. Vor drei Wochen verkündete Pro7, dass Stefan Raab eine völlig neue Musikcomedyshow namens “FameMaker” entwickelt habe, in der Kandidaten unter einer schalldichten Glaskuppel vor der Jury performen. Erst wenn sich einer der Juroren – Carolin Kebekus, Luke Mockridge oder Teddy Teclebrhan – anhand der Performance einen Kandidaten rauswählt, wird die Glaskuppel angehoben und der Gesang ist zu hören.

Schon damals stichelte Comedian Oliver Pocher via Twitter, dass es die Show bereits gebe und das Original “I Can See Your Voice” heißen würde. Nun verkündet RTL, dass es im Sommer die deutsche Version von “I Can See Your Voice” zeigen werde. Ursprünglich stammt das Format aus Südkorea und läuft dort seit 2015 mit großem Erfolg – mittlerweile in der siebten Staffel. 2016 war die Show in der Kategorie “Best Non-Scripted Entertainment Program” der 44. International Emmy Awards nominiert. Kaum zu glauben, dass das Raab nicht wusste.

Vielmehr sieht es so aus, als hätte Pro7 die Rechte für Deutschland nicht bekommen und würde nun eine eigene Version der Show produzieren. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr hatte es um ein anderes südkoreanisches Erfolgsformat ebenfalls Krach zwischen RTL und Pro7 gegeben. Damals dachte RTL, die Rechte an “The Masked Singer” erworben zu haben, musste sich aber letztendlich geschlagen geben.

Bei “I Can See Your Voice” treten sieben Kandidaten gegeneinander an. In mehreren Spielrunden versuchen prominente Juroren zusammen mit einem Superfan herauszufinden, wer die wahren Gesangskünstler sind und wer nur schummelt. In jeder Runde fliegt ein Kandidat raus und muss auf der sogenannten “Stage of Truth” (dt. Bühne der Wahrheit) auftreten. Erst dann erfährt man, wer Hochstapler und wer Gesangstalent ist.

 

Von Thomas Kielhorn/RND