Montag , 26. Oktober 2020
Der «Hope»-Diamant wurde im 17. Jahrhundert in Indien gefunden und ist inzwischen in einem Museum in Washington zu sehen. Quelle: Smithsonian Institution/dpa

Wissenschaftler: Berühmter „Hope”-Diamant könnte aus innerem Erdmantel stammen

Diamanten enstehen meist in einer Tiefe von 150 bis 200 Kilometern, in seltenen Fällen haben sie aber auch über 600 Kilometer unter der Erdoberfläche ihren Ursprung. Eine Studie lässt vermuten, dass das auf eines der bekanntesten Juwele der Welt zutrifft.

New York. Der legendäre „Hope”-Diamant könnte einer Studie zufolge mehr als dreimal so tief aus der Erde stammen wie die meisten anderen Diamanten. Eine Untersuchung ähnlicher Diamanten bestätige Vermutungen, dass sein Ursprung gar im inneren Erdmantel liege, berichteten Wissenschaftler um Evan Smith vom Amerikanischen Institut für Gemmologie (GIA) bei der Goldschmidt-Geochemie-Konferenz, die in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie online stattfindet. Der „Hope”-Diamant wurde im 17. Jahrhundert in Indien gefunden und ist inzwischen in einem Museum in Washington zu sehen.

„Cullinan”-Diamant: Auch größter Diamant der Welt könnte aus innerem Erdmantel stammen

Auch der „Cullinan”-Diamant, der 1905 in Südafrika gefunden wurde und als der größte bislang entdeckte Diamant gilt, könnte demnach aus dem inneren Erdmantel stammen. Der Diamant wurde wenige Jahre nach der Entdeckung gespalten, neun große Stücke sind Teil der britischen Kronjuwelen.

Ein Diamant entsteht meist durch Druck im Erdmantel, der Schicht zwischen Erdkruste und Erdkern. Die meisten Diamanten stammen aus einer Tiefe von 150 bis 200 Kilometern, einige wenige aber auch aus einer Tiefe von mehr als 660 Kilometern. Die Forscher um Evan Smith vom GIA untersuchten Diamanten derselben Klassifikation wie der „Hope”-Diamant und der „Cullinan”-Diamant mit Lasern und entdeckten Überreste des Materials Bridgmanit, das nur in einer Erdtiefe von mehr als 660 Kilometer vorkommt.

RND/dpa