Dienstag , 20. Oktober 2020
Whatsapp Pay ermöglicht Geld-Transfers direkt über das Chatfenster. Quelle: Whatsapp

Whatsapp Pay: Brasilien stoppt neuen Bezahldienst

Erst vor einer Woche hat Whatsapp seinen neuen Bezahldienst erstmals in Brasilien ausgerollt. Doch ab sofort können Freunde kein Geld mehr über den Messenger versenden. Die Zentralbank und der wirtschaftliche Verwaltungsrat des Landes haben die Funktion aus Angst vor „irreparablen Schäden“ blockiert.

Eigentlich sollte es so einfach werden wie das Versenden eines Fotos: So hatte die Facebook-Tochter noch vor wenigen Tagen die Einführung ihres Bezahldienstes Whatsapp Pay in Brasilien angekündigt. Doch nach nur einer Woche ist die neue Funktion nicht mehr länger verfügbar. Wie “Techcrunch” berichtet, haben die brasilianische Zentralbank und der wirtschaftliche Verwaltungsrat (Conselho Administrativo de Defesa Econômica, CADE) den neuen Bezahldienst jüngst blockiert.

In einer Mitteilung des CADE heißt es, durch die Einführung von Whatsapp Pay bestünden “erhebliche Wettbewerbsrisiken”, die “irreparable oder schwer rückgängige Schäden auf den betroffenen Märkten verursachen können”. Die brasilianische Zentralbank erklärt zudem, sie habe nicht die Möglichkeit gehabt, das neue Feature vor seinem Start vor gut einer Woche zu untersuchen. Die Zentralbank und andere Geldinstitute haben daraufhin Mastercard und Visa, die beiden Zahlungspartner von Whatsapp, aufgefordert, ihre Dienste für den Messenger zu unterbinden. Bei Verstoß dagegen, drohen beiden Unternehmen hohe Strafen.

Whatsapp will weiter mit Banken kooperieren

Whatsapp hatte den Dienst in Brasilien eingeführt, ohne die Zentralbank nach einer Genehmigung zu fragen. Dies begründete das Unternehmen damit, dass es sich lediglich um eine Vermittlung von Transaktionen handele. Gegenüber “Techcrunch” erklärte ein Sprecher des Messenger-Dienstes, man arbeite für den Bezahldienst an einem “offenen Model” und würde in Brasilien auch weiterhin mit lokalen Partnern und der Zentralbank zusammenarbeiten, um dies zu ermöglichen.

Bereits in Indien, wo seit 2018 ein Test mit mehreren Whatsapp-Nutzern läuft, gab es zuletzt immer wieder Schwierigkeiten mit entsprechenden Genehmigungen. Indien und Brasilien sind mit gemeinsam mehr als 500 Millionen Nutzern die zwei größten Märkte für Whatsapp. Um Geld an Freunde oder Unternehmen zu schicken, müssen die Nutzer zunächst eine Kreditkarte hinterlegen oder sich mit ihrem Paypal-Konto verbinden. Mittels einer sechsstelligen PIN oder des Fingerabdrucks kann eine Zahlung anschließend freigegeben werden.

 

 

 

 

Von Mila Krull/RND