Dienstag , 22. September 2020
Im März standen wegen der Corona-Pandemie Teile der Menschenwelt für ein paar Wochen still: Ein internationales Konsortium von Forschern will nun untersuchen, wie sich der Lockdown auf die Tierwelt ausgewirkt hat. Bild: Martin Wikelski, Direktor des Max-Planck-Insituts für Ornitholigie in Radolfzell und Leiter des ICARUS-Projekts mit einem besenderten Storch Quelle: MaxCine/dpa

Forscher: Hatte der Lockdown auch Auswirkungen auf die Tierwelt?

Im März stand die Welt wegen der Corona-Pandemie für ein paar Wochen still. Forscher wollen nun untersuchen, ob sich der Lockdown auch auf die Tierwelt ausgewirkt hat. Die Ergebnisse könnten ein Zusammenleben mit Tieren verbessern.

Konstanz. Im März standen wegen der Corona-Pandemie Teile der Menschenwelt für ein paar Wochen still – und auch die Bewegungsmuster etwa von Rehen, Störchen und Enten haben sich anscheinend geändert. Darauf gebe es zumindest erste Hinweise, sagte der Direktor des Konstanzer Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie, Martin Wikelski. Er will nun gemeinsam mit einem internationalen Konsortium von Forschern untersuchen, wie sich der Lockdown auf die Tierwelt ausgewirkt hat. Aufschlüsse darüber versprechen sich die Wissenschaftler von Daten von Mini-Sendern, mit denen Wildtiere weltweit ausgestattet sind.

Ergebnisse könnten Zusammenleben verbessern

Erste Ergebnisse der Untersuchung wollen die Forscher bereits in diesem Herbst veröffentlichen. Die coronabedingte Möglichkeit solche Daten zu sammeln, sei einzigartig in der Geschichte der Menschheit und ein „unfassbares wissenschaftliches Geschenk“.

Wikelski und sein Team erhoffen sich durch das Forschungsprojekt Erkenntnisse für ein bessere Zusammenleben von Mensch und Tier. „Womöglich werden wir feststellen, dass relativ geringfügige Änderungen unseres Lebensstils und unserer Infrastruktur zu erheblichen Vorteilen für Ökosysteme und Menschen führen“, so der Forscher.

RND/dpa