Mittwoch , 30. September 2020
In diesem Jahr können alle App-Entwickler kostenlos an der Apple-Entwicklerkonferenz teilnehmen. Quelle: Apple

Apple-Entwicklerkonferenz: Das ändert sich bald auf iPhone und Co.

Apple hält seine Entwicklerkonferenz WWDC wegen der Corona-Krise von Montag an erstmals als Onlineevent ab. Das Unternehmen gab Neuigkeiten zur künftigen Software der iPhones, iPad-Tablets und Mac-Computer bekannt. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC war online, die vorgestellten Neuerungen ausschließlich digitaler Natur: Zum Auftakt seiner jährlichen Veranstaltung hat Apple zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Neue Hardware war nicht dabei, auch die von vielen erwartete Apple-Watch-Funktion zum Messen der Blutsauerstoffsättigung blieb aus. Stattdessen kann die Smartwatch aus dem Hause Apple zukünftig den Schlaf und – in Zeiten der Corona-Pandemie besonders interessant – das Händewaschen überwachen.

Zudem kündigte Apple an, seine Mac-Computer von Intel-Prozessoren auf Chips aus eigener Entwicklung umzustellen.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Das ist neu bei iOS 14

Das neue iPhone-Betriebssystem iOS 14 hat einige neue Features:

Der Homescreen bekommt eine neue Funktion zum Sortieren von Apps. Mit der App Library kann man automatisch alle Apps in verschiedenen Gruppen und Listen organisieren. Auf diese Weise braucht man nicht mehr so viele App-Pages und es sammelt sich nicht alles auf der Haupt-Homescreen-Seite.

Auch die Widgets-Funktion wird überarbeitet. Die digitalen Anzeigeplättchen sollen schöner, informativer und in verschiedenen Größen verfügbar sein. Die einzelnen Widgets, wie etwa das Wetter-Widget, können einfacher verschoben und platziert werden.

“Picture in Picture” ermöglicht es, verschiedene Fenster offen zu halten, zum Beispiel einen Film in der Messenger-App, während das Audio währenddessen weiterläuft.

Das ist neu bei Siri

Auch Siri bekommt ein neues Design, das nicht mehr den ganzen Bildschirm beansprucht und mehr Wissensfragen beantworten können soll. Der Assistent kann nun auch Audiodateien verschicken. Die Diktierfunktion wurde verbessert und Siri kann mehr neue Sprachen und ganze Konversationen übersetzen.

Translate App

Dazu gibt es auch eine neue App namens “Translate”, die in elf Sprachen übersetzt – darunter auch Deutsch. Die App funktioniert auch offline.

Das ist neu bei Messages

Wichtige Konversationen können nun oben angeheftet werden. Die Memojis bekommen neue Looks – darunter Mund-Nasen-Schutzmasken. In Gruppenchats kann man nun auch Inline-Replies und Mentions verwenden. Es gibt die Möglichkeit, nur dann informiert zu werden, wenn man erwähnt wird. Die Gruppen lassen sich personalisieren.

Das ist neu bei Apple Maps

Die von Grund auf mit eigenen Daten neu aufgesetzten Apple-Karten werden nach den USA auch für Großbritannien, Irland und Kanada verfügbar sein, andere Länder sollen später folgen. In iOS 14 soll es einfacher werden, Orte zu finden. Außerdem gibt es eine Funktion, die es leichter machen soll, nachhaltig zu reisen. Dazu passt der neue Fahrradnavigator, der zunächst aber nur in wenigen Städten verfügbar ist. Auch für Elektroautos erhält Maps eine neue Funktion namens “EV-Routing”, die Ladestationen anzeigt. Dazu arbeitet Apple mit BMW und Ford zusammen.

Neue Funktion: CarKey

Die neue CarKey-Funktion erlaubt es, das Auto mit dem iPhone zu öffnen. Das wird zunächst beim 5er von BMW möglich sein. Dafür kommt der NFC-Funkchip zum Einsatz, der auch beim kontaktlosen Bezahlen genutzt wird. Der Schlüssel lässt sich per iMessage mit anderen Nutzern teilen. Man kann den iPhone-Schlüssel personalisieren – zum Beispiel, indem man bestimmte Nutzer zeitlich begrenzt. Die Autoschlüsselfunktion soll auch für das aktuelle iOS 13 freigeschaltet werden.

Neue Funktion: App Clips

Die Funktion App Clips soll einem die richtige App zur richtigen Zeit präsentieren. App Clips sind Teile einer App, die man zum Beispiel aus Nachrichten aufrufen kann. Der Vorteil: Man braucht nicht die ganze App zu installieren, um wichtige Funktionen zu nutzen. So könnte man zum Beispiel bei einer Kaffeekette schnell etwas kaufen oder in einem Geschäft zusätzliche Informationen bekommen. Apple Pay ist integriert. Wenn man die App behalten möchte, kann man sie leicht herunterladen.

Das ist neu bei iPadOS 14

Auch für das iPad sind die Widgets ebenfalls neu gestaltet worden. Die Foto-App wurde überarbeitet und hat eine Sidebar, mit der man unter anderem Fotos besser organisieren kann. Auch Notes und die Music-App haben jetzt eine Sidebar. Die Toolbars wurden ebenfalls überarbeitet.

Darüber hinaus wurden die Anrufnotifikationen dezenter gestaltet.

Die Suchfunktion wurde neu designt und soll nun universell sein. Sie fungiert als App-Launcher, Kontaktsuche, In-App-Suche und Websuche.

Das ist neu beim Apple Pencil

Mit “Scribble” soll es einfacher werden, mit Handschriften zu arbeiten. Damit kann man in jedes Textfeld schreiben, die Schrift wird dann automatisch in Text verwandelt. Dazu gehört zum Beispiel die Suchleiste in Safari. Man kann handschriftliche Inhalte künftig auch mit dem Apple Pencil verschieben, kopieren und einfügen. Inhalte wie Telefonnummern oder Adressen werden als solche erkannt und so können etwa Anrufe direkt gestartet werden.

Das ist neu bei den AirPods

AirPods können nun automatisch zwischen verschiedenen Apple-Geräten switchen, zum Beispiel vom iPhone zum iPad. Außerdem bekommen die AirPods Pro dank Bewegungssensoren einen räumlichen Sound, wie man ihn aus dem Kino kennt.

Das ist neu bei watchOS 7

Das Ziffernblatt der Apple Watch lässt sich jetzt besser personalisieren, je nachdem, ob man zum Beispiel Surfer, Elternteil oder Jogger ist. Mit “Face Sharing” kann man die Watch Faces mit anderen Nutzern und in sozialen Netzwerken teilen.

Die Work-out-App erhält mit “Dance” eine Tanz-Work-out-Funktion, mit der sich zum Beispiel der Kalorienverbrauch beim Hip-Hop-Tanzen messen lässt. Diese und weitere Funktionen werden künftig unter “Fitness” zusammengefasst.

Eine neue Funktion, auf die viele gewartet haben: watchOS 7 erhält eine Sleep-Funktion. Die Uhr soll zum Beispiel Nutzern helfen, besser einzuschlafen und aufzuwachen. Mit “Wind Down” soll man sich auf das Zu-Bett-Gehen vorbereiten können, zum Beispiel indem eine Meditationsapp gestartet wird. Vor allem aber trackt die Uhr den Schlaf.

Interessant in Corona-Zeiten: Die Apple Watch misst nun auch, wie lange man sich die Hände gewaschen hat.

Sicherheit und Daten

Nutzer haben künftig unter anderem die Möglichkeit, nur ihre ungefähre Location mit Apps zu teilen. Es wird mitgeteilt, wann die Kamera läuft. Tracking in Apps soll nicht mehr so einfach sein, Drittanbieter brauchen dafür nun die Erlaubnis der Nutzer. Datenschutzbestimmungen werden künftig kurz gefasst auf den Produktseiten im App Store sichtbar sein.

Zudem werden auch bestehende Konten bei Apps und Onlinediensten auf den Log-in mit Apple umgestellt werden, bei dem der Konzern auf Wunsch die E-Mail-Adresse verschleiert.

Smart Home

Apple arbeitet hier künftig mit Amazon, Google und anderen Unternehmen zusammen. Lichter können künftig angepasst werden, zum Beispiel an die Uhrzeit. Sicherheitskameras und Kameratürklingeln, die mit Apples Homekit-Plattform kompatibel sind, erhalten eine Gesichtserkennungsfunktion. Sie kann bekannte Gesichter aus Apples Foto-App abrufen. Wenn ein Nutzer einen Film auf einer Apple-TV-Box schaut, wird die Klingel ihr Bild in einer Ecke des Fernsehers anzeigen.

Das ist neu bei tvOS 14

Games bekommen Multi-User-Support: Einzelne Nutzer können also da weiterspielen, wo sie aufgehört haben. Apple TV unterstützt künftig Xbox-Controller. Die Bild-in-Bild-Funktion ist auch hier verfügbar.

Eine neue Serie für Apple TV+ ist “Foundation”, basierend auf Erzählungen des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov, die 2021 erscheinen soll.

Das ist neu bei macOS Big Sur

Das neue Betriebssystem macOS Big Sur ist neu designt worden und hat jetzt zum Beispiel neue Sounds, die Symbole wurden ebenfalls neu designt. Die Mail-App, aber auch die Foto-App, der Finder und zahlreiche andere Apps wurden überarbeitet. Alle Einstellungen sind künftig im “Control Center” versammelt. Auch hier sind wieder die überarbeiteten Widgets zu finden.

Auch auf dem Mac wurde Messages überarbeitet: Zum Beispiel lassen sich Memojis auf dem Mac bearbeiten und einfügen, die Suchfunktion soll besser sein, es gibt Spezialeffekte.

Auch Maps wurde überarbeitet: Man kann zum Beispiel eigene Routen erstellen und es gibt Indoor-Karten. Außerdem behält die Mac-App alle Map-Funktionen aus iOS 14.

iPadOS- und iOS-Apps laufen jetzt auch auf dem Mac, ohne dass sie angepasst werden müssen. Nutzer können sie direkt aus dem App Store laden.

Das ist neu bei Safari

Safari soll mehr Informationen über das Tracking auf bestimmten Websites geben. Der Browser überwacht nun auch, ob Passwörter kompromittiert wurden. Extensions lassen sich unter anderem auf bestimmte Websites oder zeitlich begrenzen. Eine weitere neue Funktion: Die Startseite lässt sich personalisieren. Tabs bekommen künftig Icons und eine Vorschau, damit man sie besser auseinanderhalten kann. Außerdem hat Safari zukünftig eine eingebaute dynamische Übersetzungsfunktion.

Apple ersetzt Intel-Chips bei Macs durch eigene Prozessoren

Das war erwartet worden: Apple kündigt den Übergang von Intel-Prozessoren zu Chips aus eigener Entwicklung bei den Mac-Computern an. Schon seit Jahren wurde spekuliert, dass Apple die Macs auf dieselbe Chiparchitektur umstellen wolle, mit der die hauseigenen Prozessoren in den iPhones und iPads arbeiten.

Die ersten Macs mit der neuen Chiparchitektur sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Der Übergang solle rund zwei Jahre dauern, sagte Cook. In der Zwischenzeit arbeitet Apple auch weiter an Intel-Macs.

RND/asu mit dpa