Freitag , 18. September 2020
Whatsapp Pay ist in der vergangenen Woche in Brasilien gestartet. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Whatsapp Pay: Was kann der Messenger-Bezahldienst?

Seit einiger Zeit feilt Facebook an Plänen für ein eigenes Bezahlsystem in seinem Messenger Whatsapp. In Brasilien ist der neue Service bereits gestartet. Was kann der Dienst und wie sind die ersten Eindrücke?

Bereits seit Längerem arbeitet Facebook an einem eigenen Bezahldienst für den Messenger Whatsapp. Vergangene Woche wurde die Funktion in Brasilien erstmals implementiert. Auch in Indien läuft bereits seit 2018 ein Testbetrieb, an dem mittlerweile mehr als zehn Millionen Nutzer teilnehmen. Mit dem neuen System soll eine Überweisung so einfach werden wie das Versenden eines Fotos, kündigte Whatsapp an. Wie funktioniert das Bezahlen per Messenger und wann wird die Funktion in Deutschland eingeführt?

Wie funktioniert Whatsapp Pay?

Die Zahlungen bei Whatsapp Pay basieren im brasilianischen Modell auf dem Dienst Facebook Pay. Der Nutzer benötigt für die Registrierung eine Debit- oder Kreditkarte. In Brasilien sind Karten der Banco do Brasil, Nubank und Sicredi zugelassen. Bei der Entwicklung habe der Sicherheitsaspekt höchste Priorität gehabt, teilte Whatsapp in einem Blogbeitrag mit. Nach der Registrierung müssen die Nutzer die Zahlung daher mit einer sechsstelligen PIN oder ihrem Fingerabdruck verifizieren.

In Indien hingegen macht sich Whatsapp Pay das sogenannte Unified Payment Interface (UPI) zunutze. Dies ist ein Bezahlsystem, das von der National Payments Corporation of India entwickelt wurde. Während die zu versendenden Summen in Indien noch begrenzt sind, gibt es für Brasilien keinerlei Beschränkungen.

Hauptsächlich richtet sich Whatsapp Pay eigenen Angaben zufolge an kleinere Unternehmen, die ihren Kunden eine alternative Zahlungsmethode anbieten wollen. Diese können dann die Dienste von Whatsapp Business nutzen, um mit Kunden in Kontakt zu treten und ihnen Zahlungsaufforderungen zu schicken. Aber auch das Versenden von Geld zwischen Privatpersonen wird Whatsapp-Nutzern ermöglicht.

Indien ist mit mehr als 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern der größte Markt für Whatsapp, dahinter folgt Brasilien mit 120 Millionen aktiven Nutzern.

Wie sieht Whatsapp Pay aus?

Whatsapp Pay wird über die gewöhnliche Messenger-Maske implementiert. Erste Screenshots zeigen, dass der Geldtransfer über die Chatfunktion erfolgt. Nutzer können Zahlungsaufforderungen an Freunde schicken. Auch für Unternehmen steht diese Methode zur Verfügung. Durch einen Klick auf die entsprechende Nachricht kann die Zahlung freigegeben werden. In dem Blogeintrag präsentiert Whatsapp einen ersten Eindruck der neuen Funktion.

Was kostet Whatsapp Pay?

Für Privatpersonen ist die Nutzung des Dienstes kostenlos. Unternehmen müssen laut Whatsapp eine Bearbeitungsgebühr zahlen, sollten sie Zahlungen von Kunden erhalten. Diese liegt bei 3,99 Prozent des zu überweisenden Betrages.

Wann startet Whatsapp Pay in Deutschland?

Wann Whatsapp Pay in Europa startet, darüber sind noch keine näheren Informationen bekannt. Whatsapp spricht in seinem Blogbeitrag aber davon, “diese Funktion für alle Menschen verfügbar zu machen”. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte Anfang des Jahres angekündigt, dass das Feature in den kommenden sechs Monaten in weiteren Ländern ausgerollt werde. Die Einführung auf dem deutschen Markt könnte sich aber noch hinziehen. Denn auch Facebook Pay, der Dienst, auf dem Whatsapp Pay basiert, läuft bisher noch nicht in Deutschland.

RND/mkr