Samstag , 19. September 2020
Guckt man "nur kurz" am Steuer aufs Smartphone, ist man sekundenlang abgelenkt, warnen Unfallchirurgen. Quelle: Peter Steffen/dpa

Finger weg: Experten mahnen vor Smartphone-Nutzung am Steuer

Nur schnell die WhatsApp checken: Unfallchirurgen warnen davor, während der Fahrt aufs Smartphone zu gucken. Durch den Blick aufs Handy sind Fahrer viele Meter blind unterwegs – und können dadurch tödliche Unfälle verursachen. Besonders junge Menschen lassen sich den Experten zufolge häufig ablenken.

Berlin. Bloß nicht gucken, wenn das Smartphone summt oder piept: Unfallchirurgen warnen Autofahrer vor sekundenlanger Ablenkung durch Handynutzung am Steuer. „Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h im Stadtverkehr führt schon das 3-sekündige Checken einer SMS zu etwa 42 Metern Fahrt ohne Wahrnehmung des Verkehrsgeschehens“, rechnete die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni.

Bei Tempo 120 auf der Autobahn seien Fahrer sogar 100 Meter im Blindflug unterwegs. Viele Verletzungen, die die Experten in den Notaufnahmen sähen, gingen auf Unfälle abgelenkter Fahrer zurück, hieß es.

Sekunden können über Leben und Tod entscheiden

Die Unfallchirurgen raten daher “dringend, beim Autofahren das Handy beiseite zu legen”. Abgelenkte Verkehrsteilnehmer könnten weder auf andere Fahrzeuge noch auf Fußgänger oder Hindernisse reagieren. Auch auf dem Fahrrad oder E-Scooter oder als Fußgänger könne der Blick aufs Handy entscheidende Sekunden kosten, “die später über Leben oder Tod entscheiden”, hieß es.

Das höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr hätten Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren, erklärte die Fachgesellschaft und berief sich auf Daten des Statistischen Bundesamts: 2018 seien in Deutschland fast 61.000 Menschen aus dieser Altersgruppe verunglückt, davon 369 tödlich.

RND/dpa