Die Corona-Warn-App funktioniert auf Android-Geräten nur mit aktivierter Standortfreigabe. Quelle: imago images/Action Pictures

Corona-Warn-App: Warum muss bei Android-Geräten die Standortfreigabe aktiviert sein?

Seit Dienstag steht die deutsche Corona-App zum Download bereit. Doch bei der Installation stolpern viele Android-Nutzer über eine Berechtigung: Die App verlangt Zugriff auf den Standort. Wozu ist das nötig?

Die neue Corona-Warn-App hat in Sachen Datenschutz viel Lob erfahren. IT-Experten bewerten das Großprojekt und die Entwicklungsarbeit größtenteils als positiv und sehen keine groben Sicherheitslücken. Über eine Sache jedoch wundern sich viele Android-Nutzer. Beim Einschalten der Risiko-Ermittlung fordert die App den Nutzer auf, neben Bluetooth auch seine Standortdienste zu aktivieren. Anderenfalls funktioniert die Basisfunktion der App nicht.

Die Entwickler haben versichert, dass bei der Nutzung der Anwendung keine Standortdaten erhoben und gespeichert werden. “Daten, die eine Person identifizierbar machen, insbesondere Positionsdaten, werden nicht ausgelesen, verwendet oder gespeichert”, heißt es in den Fragen und Antworten der Bundesregierung zu dem Thema. Warum also muss auf Android-Geräten der Standort dennoch freigegeben werden?

Auf Googles Betriebssystem Android sind die Bluetooth-Dienste und die GPS-Funktion untrennbar miteinander gekoppelt. Sind die Standortedienste nicht aktiviert, so erkennt die Tracing-App nicht, wenn sich andere Bluetooth-Geräte in der Nähe befinden. “Die Standortermittlung Ihres Smartphones muss aktiviert sein, damit Ihr Gerät nach Bluetooth-Signalen anderer Smartphones sucht. Standortdaten werden dabei jedoch nicht erhoben”, heißt es in der Datenschutzerklärung der App.

Standortfreigabe in anderen Apps deaktivieren

Als Grund für die Kopplung sieht Google offenbar Transparenz für die Nutzer. Denn auch über Bluetooth gibt es die Möglichkeit, grobe Standortdaten zu ermitteln. Darauf will das Unternehmen aufmerksam machen, indem gleichzeitig auch die Standortfreigabe aktiviert sein müssen.

Zwar greift die Corona-Warn-App nicht auf die Daten zu, Stiftung Warentest macht aber darauf aufmerksam, dass andere Apps ungewollt Daten aus den Ortungsdiensten ziehen könnten. Nutzer können in den Einstellungen selbst entscheiden, welche Anwendungen von der GPS-Funktion Gebrauch machen dürfen. Eine Übersicht findet sich meist unter “Apps” > “App-Berechtigungen” > “Standort”. Generell sollte so wenigen Apps wie möglich eine Berechtigung für die Standortermittlung erteilt werden.

RND/mkr