Mittwoch , 23. September 2020
Vorstellung der Corona-Warn-App im Bundespresseamt in Berlin. Quelle: Getty Images

Minister feiern Entwicklung: Deutsche Corona-App ist die beste weltweit

Seit Dienstag kann man die deutsche Corona-Warn-App herunterladen. In dem Zuge stellten gleich fünf Bundesminister in einer gemeinsamen Pressekonferenz das Programm vor. Dabei zeigten sie sich sehr zufrieden mit der Entwicklung. Kanzleramtsminister Helge Braun sei sogar “ziemlich überzeugt: Es ist die beste” Corona-App der Welt.

Berlin. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hält die deutsche Corona-Warn-App für international wegweisend. „Das ist nicht die erste Corona-App weltweit, die vorgestellt wird, aber ich bin ziemlich überzeugt: Es ist die beste“, sagte Braun am Dienstag in Berlin. Sie herunterzuladen und zu nutzen, sei für jeden ein kleiner Schritt, „aber ein großer Schritt für die Pandemiebekämpfung“.

Braun stellte heraus, dass mit der dezentralen Technik besonderer Wert auf Datensparsamkeit und -sicherheit gelegt worden sei. Da die Nutzung “absolut freiwillig” sei, sei es wichtig gewesen, ein größtmögliches Vertrauen zu schaffen. Daran habe man Tag und Nacht mit Programmierern und Ingenieuren gearbeitet.

App gehört zum Einmaleins der Pandemiebekämpfung

Innenminister Horst Seehofer, mit seinem Ministerium zuständig für die Datensicherheit der App, sieht die App auf den höchsten Ansprüchen des Datenschutzes. Im Verlauf der Einfühung und Nutzung der App werde man die Sicherheit immer wieder prüfen und bei Bedarf zu verbessern. Die App gehöre zum Einmaleins der Pandemiebekämpfung. Genau so wie zum Beispiel der Mund-Nasen-Schutz oder besondere Hygiene.

Die Corona-Warn-App kann seit dem Morgen auf Smartphones geladen werden. Die sogenannte Tracing-App alarmiert Nutzerinnen und Nutzern, wenn sie Erkrankten zu nahe gekommen sind. Mit Hilfe der Anwendung sollen Infektionsketten durchbrochen werden. Dafür benutzt die App eine energiesparende Bluetooth-Variante, über die Daten nur in geringer Menge und Reichweite übertragen werden können. Getestet wurde die App an Personen zwischen 16 und 65 Jahren. Auch blinde Personen wurden mit in die Testgruppe aufgenommen.

Die App erzeugt Zufallszahlen und sendet diese aus. Das Gerät und die Person bleiben durch die Nutzung solcher Pseudonyme anonym. Die Digital-Anwendung wurde von den Unternehmen Telekom und SAP umgesetzt. Die Regierung beziffert die Entwicklungskosten auf rund 20 Millionen Euro. Hinzu kommen Betriebskosten für Hotlines.

App ist ein lernendes System

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die App sei kein Allheilmittel und kein Freifahrtschein. “Diese App ersetzt nicht vernünftiges Verhalten und Aufeinander-Acht-Geben”, sagte er. Trotz weiter niedriger Infektionszahlen in Deutschland leiste die App einen wichtigen Beitrag. “Wir wollen die niedrigen Zahlen ja halten.” Man könne im Supermarkt, im Restaurant oder im Zug nicht wissen, mit wem man Kontakt gehabt hätte. Da mache die App die Nachverfolgung deutlich leichter. Man könne nicht sicher ausschließen, dass die App auch mal einen Fehlalarm sendet, so Spahn. Dabei gelte, so der Gesundheitsminister, dass die App ein lernendes System sei und am Ende lieber einmal mehr warnen solle als einmal zu wenig. “Die App sende die Einladung, sich testen zu lassen.” Und lieber teste man zu viel.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie nannte es „ein Gebot der Solidarität“, die App zu nutzen. In einem Land mit ungebrochen hohen Userzahlen bei sehr viel problematischeren digitalen Kommunikationsmöglichkeiten halte er die im Zusammenhang mit der App geführte Debatte um Datensicherheit für mindestens unverhältnismäßig. „Zumal viele seriöse Datenschützer keine grundlegenden Bedenken äußern“, sagte Lilie.

Hier können Sie die Corona-Warn-App des Bundes herunterladen:

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RND/fw mit epd