Freitag , 18. September 2020
Diego hat in den letzten Jahrzehnten rund 40 Prozent aller Española-Riesenschildkröten gezeugt. Quelle: Jan-Uwe Ronneburger/dpa

Hat Hunderte Nachkommen gezeugt: Riesenschildkröte Diego ist im Ruhestand

Nach jahrzehntelanger Gefangenschaft in der Forschung wurde die Riesenschildkröte Diego auf seiner Heimatinsel Santa Cruz ausgewildert. Das über 100 Jahre alte Tier hatte sich die vergangenen Jahre an mehreren Stationen fortgepflanzt und so seine Unterart vor dem Aussterben gerettet.

Puerto Baquerizo Moreno. Er hat Hunderte Nachkommen gezeugt und seine Unterart vor dem Aussterben gerettet – jetzt setzt sich Diego, die Riesenschildkröte, zur Ruhe und kehrt auf seine Heimatinsel im Galápagos-Archipel zurück. Die über 100 Jahre alte Schildkröte sei am Montag auf der Insel Española ausgewildert worden, teilte der Direktor des Nationalparks, Danny Rueda, am Montag mit. “Diego kehrt heim, nachdem er sich über Jahrzehnte in der Gefangenschaft fortgepflanzt und seine Art so vor dem Aussterben bewahrt hat”, twitterte Ecuadors Umweltminister Paulo Proaño. “Seine Insel empfängt ihn mit offenen Armen.”

Diego hat den Nachwuchs seiner Art gesichert

Diego ist rund 80 Kilogramm schwer, 90 Zentimeter lang und 1,5 Meter groß. Er lebte lange im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien und dann in der Zucht- und Forschungsstation der Charles-Darwin-Stiftung auf der Galápagosinsel Santa Cruz. Dort paarte er sich immer wieder mit Weibchen der Unterart Chelonoidis nigra hoodensis – die Nachkommen wurden ausgewildert. Er zeugte schätzungsweise 800 Nachkommen – rund 40 Prozent aller Española-Riesenschildkröten stammen demnach von Diego ab.

Ursprünglich gab es auf den Galápagosinseln 14 Arten von Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra). Zwei Arten sind bereits ausgestorben – zuletzt verschwand mit dem Tod der berühmten Riesenschildkröte Lonesome George die Unterart Chelonoidis abingdonii. Dieses Schicksal bleibt den Española-Riesenschildkröten nun vorerst erspart. Von 15 Exemplaren Mitte der 1960er Jahre ist die Population mittlerweile auf rund 2000 angewachsen – auch dank der tatkräftigen Hilfe von Diego.

RND/dpa