Aus dem Programm genommen: Die Doku "Wuhan - Chronik eines Ausbruchs" sollte eigentlich heute abend (15. Juni) in der ARD laufen. Quelle: SWR - Südwestrundfunk/SWR/obs

ARD sendet umstrittene Wuhan-Doku doch nicht

Die ARD nimmt eine umstrittene Doku über die Corona-Pandemie in der chinesischen Stadt Wuhan kurzfristig aus dem Programm. Die für Montag im Spätprogramm geplante Sendung “Wuhan - Chronik eines Ausbruchs” war zuvor wegen der Verwendung staatlichen Filmmaterials aus China in die Kritik geraten.

Stuttgart. Eine in die Kritik geratene Dokumentation über die Corona-Pandemie in der chinesischen Stadt Wuhan strahlt die ARD nun doch nicht aus. Der zuständige Südwestrundfunk (SWR) teilte am Montag mit, dass die Doku kurzfristig aus dem Programm des Ersten genommen werde. Eigentlich sollte sie am späten Montagabend ausgestrahlt werden.

Keine Ausstrahlung, weil akzeptable Rechteklärung fehlt

Der SWR begründete den Schritt mit einem Rechteproblem. In der Mitteilung hieß es: “Wie der SWR erst am gestrigen Sonntag erfahren hat, kann die beauftragte Produktionsfirma dem SWR nicht die erforderlichen Rechte am verwendeten Filmmaterial des China Intercontinental Communication Center (CICC) einräumen.

Damit fehlt eine Grundvoraussetzung für die beim SWR gültigen journalistischen Standards für das Verwenden von fremdem Rohmaterial.” Weil eine einvernehmliche und für den Sender akzeptable Rechteklärung nicht erreichbar erscheint, “plant der SWR derzeit keine Ausstrahlung”.

Kritik der “Süddeutschen Zeitung”: Kein unabhängiges Filmmaterial

Im Vorfeld hatte es Kritik an der Dokumentation “Wuhan - Chronik eines Ausbruchs” gegeben. Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete darüber. Kern der Kritik: Für die Doku wurde Filmmaterial der staatlichen Stelle CICC und somit kein unabhängiges Filmmaterial verwendet. Der SWR verteidigte hingegen das Projekt.

RND/dpa