Der Google-Mutterkonzern Alphabet kommt aus der Kritik nicht heraus. Deutsche Start-ups aus der Reisebranche werfen dem US-Giganten vor, mit ihren Daten in Konkurrenz zu treten. Quelle: Lukas Schulze/dpa

Google unter Druck: Deutsche Start-ups planen EU-Wettbewerbsbeschwerde

Der Google-Mutterkonzern Alphabet kommt aus der Kritik nicht heraus. Deutsche Start-ups aus der Reisebranche werfen dem US-Giganten vor, mit ihren Daten zu ihnen in Konkurrenz zu treten. Ein Ferienwohnungsvermittler hat nun eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Die Kritik an der Google-Mutterkonzern Alphabet, dass das Unternehmen eine allumfassende Marktmacht hat, reißt nicht ab. Aus Deutschland haben jetzt mehrere der wertvollsten Start-ups schwere Vorwürfe gegen den US-Konzern erhoben. Dies berichtet das Handelsblatt am Donnerstag.

Demnach haben sich die Vorstände von GetYourGuide, Trivago, Flix Mobility, Omio und HomeToGo in einem Positionspapier zusammengetan und Kritik gegen das Geschäftsgebaren von Google erhoben.

Start-ups widersprechen Google

Die Chefs der vier digitalen Reisemarkt-Unternehmen widersprechen in ihrem Papier laut dem “Handelsblatt” dem Vorstandschef von Alphabet, Sundar Pichai, der noch vor kurzem vor dem US-Kongress gesagt hatte, Google hätte es schwer im hart umkämpften Reisemarkt und habe kein Marktmacht inne.

Das “Handelsblatt” zitiert HomeToGo-Chef Patrick Andrä in dem Bericht mit “Google missbraucht seine Marktmacht, um praktisch ohne Eigeninvestitionen Konkurrenzprodukte aufzubauen.” Laut der Zeitung habe der Ferienwohnungsvermittler auch schon eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Weitere Start-ups würden aber ähnliche Schritte prüfen, da es nach Worten von GetYourGuide-Chef Johannes Reck am Ende um die Existenz gehe. Der Vorwurf der digitalen Reisemarktbranche ist vereinfacht dargestellt der folgende:

Neue Wettbewerbsbeschwerde birgt Chancen

Google kassiert Millionen von den Unternehmen, sieht gleichzeitig nicht nur die Daten der Kunden, sondern nutzt diese und deren generierten Inhalte – um dann mit damit gegen die Kunden am Ende sogar in deren Geschäftsbereich mit diesen zu konkurrieren, so der Vorwurf der digitalen Reisemarktbranche.

Der Vorwurf ist jedoch nicht neu. Schon im Jahr 2009 gab es Beschwerden bei der EU, unter anderem von Preisvergleichsanbietern. Vor drei Jahren verhängte dann die EU-Kommission auch ein erstes Bußgeld. Der Suchmaschinen-Konzern sollte mehr als 2,4 Milliarden Euro zahlen. Die Begründung: Google habe sich mit seinem Preisvergleichsportal einen unrechtmäßigen Vorteil verschafft.

Die neue Wettbewerbsbeschwerde der digitalen Ferienwohnungsvermittler bei der EU-Kommission könnte das Thema wieder neu aufrollen.

RND/casc