Dienstag , 27. September 2022
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SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert zusätzlichen Grippeimpfstoff und empfiehlt, sich gegen das Virus impfen zulassen, weil die gleichzeitige Erkrankung mit Covid-19 “extrem gefährlich” sei. Quelle: imago images/Reiner Zensen/dpa/RND Montage Behrens

Lauterbach vor Grippesaison: „Wir brauchen unbedingt noch zusätzlichen Impfstoff“

Ein Verband von Kinderärzten will allen Eltern empfehlen, ihre Kinder in diesem Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält das nicht für sinnvoll. Außerdem warnt er vor Lieferengpässen.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vor Lieferengpässen bei Grippeimpfungen. „Wir brauchen unbedingt noch zusätzlichen Impfstoff“, sagte Lauterbach im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Dabei sieht Lauterbach keine Notwendigkeit, in diesem Jahr allen Kindern eine Grippeschutzimpfung zu empfehlen. “Ich schließe mich da der Ständigen Impfkommission (Stiko) an, dass nur Kinder mit Risikofaktoren gegen Grippe geimpft werden sollten”, sagte er. Für alle anderen Kinder bestehe wegen der meist leichten Krankheitsverläufe keine medizinische Indikation.

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, hatte zuvor der „Welt am Sonntag“ gesagt: “Ich empfehle allen Eltern, ihre Kinder in diesem Jahr gegen Influenza impfen zu lassen.” Er begründete den Vorstoß unter anderem damit, dass “Kinder das Influenzavirus maßgeblich übertragen”.

Hintergrund ist auch die Sorge, dass steigende Corona-Infektionszahlen gepaart mit einer schweren Grippewelle das deutsche Gesundheitssystem zu stark belasten könnten.

Kombination von Covid-19 und Grippe “extrem gefährlich”

Lauterbach wirbt deshalb durchaus dafür, dass Erwachsene sich in dieser Saison gegen Grippe impfen lassen. “Ich würde empfehlen, alle Erwachsenen zu impfen, aber schwerpunktmäßig die mit Risikofaktoren.”

Zur Begründung sagt er: “Die gleichzeitige Erkrankung an Covid-19 und der Grippe ist extrem gefährlich.” Außerdem sieht auch Lauterbach ein mögliches Kapazitätsproblem in den Krankenhäusern.

 

Von Anne Grüneberg/RND