Donnerstag , 29. Oktober 2020
Wird Markus Söder Angela Merkel im Kanzleramt ablösen? Quelle: imago images/Sammy Minkoff

Söder bei Kanzlerfrage stärker als Scholz und Habeck zusammen

Markus Söder profitiert weiterhin von der Corona-Krise. In einer aktuellen Kanzlerfrage führt er mit großem Abstand. Aus seiner Heimat gibt es allerdings gemischte Umfrage-Signale für den CSU-Chef.

Augsburg. Würden die Deutschen ihren Bundeskanzler direkt wählen, sähe das Ergebnis einer neuen Umfrage zufolge sehr deutlich aus: Laut des „RTL/ntv-Trendbarometers“ würden sich dann 37 Prozent der Befragten für Markus Söder entscheiden. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef hat damit mehr Zustimmung als Olaf Scholz (SPD) und Robert habeck (Die Grünen) zusammen. Sie kommen auf jeweils 17 Prozent. 29 Prozent würden sich für keinen der Drei entscheiden.

In der Parteienpräferenz liegt die Union weiterhin deutlich vorn, CDU und CSU könnten mit 36 Prozent der Stimmen rechnen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt (auf 18 Prozent), bleiben aber zweitstärkste politische Kraft vor der SPD (16 Prozent). Die Linke kann um zwei Prozentpunkte zulegen und liegt jetzt mit 9 Prozent gleichauf mit der AfD. Die sonstigen kleineren Parteien verlieren einen Prozentpunkt. Bei den übrigen Parteien ändert sich nichts.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 31. August bis 4. September 2020 erhoben. Die Datenbasis beträgt 2.503 Befragte, die statistische Fehlertoleranz wird auf +/-2,5 Prozentpunkte beziffert.

Gemischte Signale gibt eine Umfrage aus Söders Heimat. Die Zufriedenheit der Bayern mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten lässt nach: 57,9 Prozent sind derzeit von Markus Söder (CSU) überzeugt, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die „Augsburger Allgemeine“ hervorgeht. Anfang August waren es demnach noch mehr als 60 Prozent, Mitte April sogar 71 Prozent.

Trotzdem scheint die CSU nach wie vor von der Corona-Krise zu profitieren: Laut einer weiteren Civey-Umfrage für die Zeitung würden 47 Prozent der Bayern ihr Kreuzchen bei der Partei machen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Mitte März lag dieser Wert noch bei knapp 35 Prozent. Die Grünen kämen aktuell auf 17,6 Prozent, die SPD auf 9,0 Prozent, die Freien Wähler auf 7,6 Prozent. Die AfD würde mit 6,5 Prozent im Landtag bleiben, FDP und Linke an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Neben anderen CDU-Bewerbern wird der CSU-Chef Söder als gemeinsamer Unions-Kanzlerkandidat gehandelt. In der Corona-Pandemie hatte er sich als Krisenmanager einen Namen gemacht. Obwohl er immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern, gilt er auch in der CDU für etliche als Wunschkandidat. Aus Söders Sicht hat die CDU als große Unionsschwester das Vorschlagsrecht, eine Entscheidung könne aber nur gemeinsam zwischen CDU und CSU fallen.

pach/dpa/RND