Mittwoch , 28. September 2022
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Ein Soldat steht hinter einer Barrikade vor dem Justizgebäude. Im Prozess wegen des Silvesteranschlags, bei dem 2017 in Istanbul 39 Menschen ums Leben kamen, gibt es ein Urteil. Quelle: Mehmet Guzel/AP/dpa

Anschlag auf Istanbuler Club: IS-Mitglied bekommt 40 Mal lebenslänglich

Bei einem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul in der Neujahrsnacht 2017 sterben 39 Menschen. Jetzt gibt es ein Urteil gegen den Täter, ein Mitglied der Terrormiliz IS.

Istanbul. Ein IS-Extremist ist wegen des Angriffs auf einen Nachtclub in Istanbul in der Neujahrsnacht des Jahres 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Istanbuler Gericht verurteilte Albulkadir Masharipov aus Usbekistan am Montag zu 40 Mal lebenslang und mehreren Jahrhunderten zeitlich festgelegten Haftstrafen. Bei dem Angriff in den ersten Stunden des Jahres waren 39 Menschen getötet und 79 verletzt worden.

Der Angreifer war mit Schüssen in den Club Reina eingedrungen, wo Hunderte Silvester feierten. Manche sprangen ins Meer, um ihm zu entkommen. Die meisten Toten waren Ausländer. Der Täter konnte fliehen. Die Terrorgruppe Islamischer Staat reklamierte das Massaker später für sich.

Die Polizei nahm Masharipov 15 Tage nach dem Anschlag fest. Er hatte die Tat zunächst gestanden, bestritt die Vorwürfe später aber, wie die staatliche Agentur Anadolu berichtete. Beim Abschlussplädoyer bat er am Montag um einen Freispruch und sagte, seine anfänglichen Geständnisse habe er unter „Folter und Druck“ gemacht. Er habe darauf beharrt, dass es keine ausreichenden Beweise gegen ihn gebe, schrieb Anadolu.

Masharipov wurde für jeden Toten zu jeweils ein Mal lebenslanger Haft verurteilt und ein weiteres Mal wegen des mutmaßlichen Umsturzversuchs. Zu zusätzlichen 1368 Jahren Gefängnis wurde er wegen versuchten Mordes an den 79 Verletzten verurteilt.

Es wird vermutet, dass Masharipov in Berufung gehen wird.

RND/AP