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Von der belarussischen Oppositionellen Maria Kolesnikowa fehlt nach ihrer Festnahme durch nationale Behörden trotz entsprechender Aussagen, sie sei freiwillig in die Ukraine ausgereist, jede Spur. Quelle: Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Ukraine dementiert Belarus-Berichte: “Kolesnikowa nicht an der Grenzkontrolle angekommen”

Minsk. Nach dem Verschwinden der Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa in Belarus (Weißrussland) hat der inländische Grenzschutz ihre Festnahme bestätigt. Das teilten die Behörden der Staatsagentur Belta zufolge am Dienstagmorgen mit. Weiter hieß es, sie sei nach der Festnahme mit zwei ihrer Mitarbeiter in die Ukraine ausgereist. Die 38-Jährige ist eine der wichtigsten Anführerinnen der Proteste gegen den autokratischen Staatschef Alexander Lukaschenko.

Die Opposition hatte am Morgen noch keine Informationen, wo sich Kolesnikowa aufhält. Das teilte der Koordinierungsrat der Demokratiebewegung mit, dem sie angehört. Ihnen ebenso unbekannt sei, wo sich ihr Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihr Sprecher Anton Rodnenkow aufhielten. “Wir können nur die Tatsache bestätigen, dass Maria Kolesnikowa Belarus nicht freiwillig verlassen wollte.”

+++ Update:Inzwischen gilt als sicher, dass Maria Kolesnikowa von belarussischen Beamten zur Ausreise gedrängt worden sein soll. Nachdem sich Kolesnikowa geweigert habe, wurde sie nach übereinstimmenden Berichten festgenommen. +++

Ukraine: Kolesnikowa nicht eingereist

Die ukrainischen Behörden bestätigten nun den Grenzübertritt der beiden Männer. Anders sieht es bei Kolesnikowa aus. Der Sprecher Grenzschutzdienst der Ukraine (DPSU) Andriy Demchanka erklärte dem polnischen frei empfangbaren TV-Sender Belsat: “Zwei belarussische Staatsbürger, Krawzow und Rodnenkow, kamen an den ukrainischen Kontrollpunkten an. Kolesnikowa ist nicht an den ukrainischen Kontrollpunkten angekommen, um die Grenzkontrolle zu passieren.” Die beiden Männer durchliefen jetzt alle notwendigen Einreise-Verfahren.

Seit Montagvormittag gab es von Kolesnikowa kein Lebenszeichen. Der Koordinierungsrat der Demokratiebewegung ging davon aus, dass Kolesnikowa im Zentrum der Hauptstadt Minsk von Unbekannten entführt worden war.

RND/dpa