Donnerstag , 20. Januar 2022
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Erste Proteste in Rochester hatten noch mit angezogenen Beteiligten stattgefunden. Quelle: Adrian Kraus/FR171451 AP/dpa

Nacktprotest vor Polizeigebäude in den USA

In Rochester werden nach dem Tod von Daniel Prude die Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze drastischer. Am Montag demonstrierten die Menschen nackt vor dem Polizeigebäude der Stadt. Zu Ausschreitungen kam es nicht.

Rochester. Lediglich mit einer Spuckschutzhaube bekleidet haben Demonstranten im US-Staat New York gegen Polizeigewalt protestiert. Die nackten oder nur sehr wenig bekleideten Demonstranten bezogen sich am Montagmorgen auf den Tod von Daniel Prude, einem Schwarzen, der im März starb, nachdem Polizisten ihn nackt umherlaufend fanden, ihm einen Spuckschutz über den Kopf stülpten und ihn etwa zwei Minuten zu Boden drückten, bis er aufhörte zu atmen. Eine Woche später wurden lebenserhaltende Maßnahmen abgeschaltet.

Prudes Verwandte veröffentlichten vergangene Woche Polizeiaufnahmen von dem Geschehen und lösten damit Empörung über den Fall aus. Die beteiligten Polizisten in Rochester im US-Staat New York wurden vom Dienst suspendiert.

Demonstranten vor Polizeigebäude

Der Protest der nackten Demonstranten fand vor dem Polizeihauptgebäude in Rochester statt. Sie saßen still auf dem Boden mit den Händen hinter ihren Rücken. Einige hatten darauf “Black Lives Matter” (Schwarze Leben zählen) geschrieben. Nach einer Weile hätten die Demonstranten Decken bekommen und seien in Autos weggefahren, meldete die Zeitung “The Democrat & Chronicle”.

Am Montagabend versammelten sich Protestierende die sechste Nacht in Folge in einem Park, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Später zogen sie zum Polizeigebäude weiter. Gegen 1.00 Uhr (Ortszeit) endete der Protest friedlich.

RND/AP