Montag , 21. September 2020
Seit der Zerstörung des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos müssen mehr als 12.000 Migranten neu untergebracht werden. Quelle: Getty Images

Athen warnt Migranten: Die Hoffnung auf Asyl lebt nur im Zeltlager weiter

Athen. Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis hat alle obdachlosen Migranten auf Lesbos dazu aufgerufen, umgehend das neue, provisorische Zeltlager zu beziehen. Es sei ihre Pflicht, sagte Mitarakis. “Ab kommenden Montag werden Asylverfahren nur für jene bearbeitet, die im Lager sind”, erklärte der Minister am Montag im griechischen Radiosender Parapolitika.

Abermals warnte Mitarakis jene Migranten, die andere daran hinderten, das provisorische Zeltlager zu beziehen, das die Behörden in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Hilfsorganisationen errichtet haben. “Wir wissen genau, um wen es sich handelt”, sagte er mit Blick auf einen kleinen Teil der Migranten, die als Unruhestifter gelten. Sie hätten vergangene Woche das Feuer, das das Lager Moria zerstört habe, gelegt. Griechenland lasse sich nicht erpressen, fügte er hinzu.

Nach Brand: Zeltlager soll alle 12.000 Migranten aufnehmen

Das in den vergangenen Tagen errichtete Zeltlager könne jetzt mehr als 5000 Migranten aufnehmen, sagte Mitarakis. In den kommenden Tagen solle es weiter ausgebaut werden, bis alle 12.000 Migranten, die jetzt obdachlos sind, untergebracht werden.

Am Montag gingen zahlreiche Migranten erneut auf die Straßen von Lesbos und forderten, dass sie nach Westeuropa gebracht werden. Die überwiegend aus Afghanistan stammenden Demonstranten skandierten „Azadi! Azadi!“ (Freiheit-Freiheit) berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Bundesregierung plant Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Moria

Derweil kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel an, weitere Flüchtlinge aus dem zerstörten Lager Moria in Deutschland aufzunehmen. Dabei soll es nach Informationen der “Bild”-Zeitung vor allem um die Aufnahme von Kindern und ihren Familien gehen. Am Mittwoch berät das Kabinett in einer Sitzung über die Situation auf Lesbos und das weitere Vorgehen der Bundesregierung.

RND/dpa/pf