Donnerstag , 24. September 2020
Der US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago images/ZUMA Wire

“Die haben solche Brände nicht”: Trump lobt Österreichs “Waldstädte”

Warum gibt es im US-Bundesstaat Kalifornien immer bedrohlichere Waldbrände und in Österreich nicht? Laut US-Präsident Donald Trump liegt das an der Forstwirtschaft des europäischen Landes. In einem Interview mit dem TV-Sender Fox News lobte der 74-Jährige Österreich: “In Europa gibt es Waldstädte. Wenn man sich Länder wie Österreich ansieht, wenn man sich viele Länder ansieht, die in Wäldern leben, die als Waldstädte betrachtet werden, davon gibt es viele und die haben solche Brände nicht”, sagte der Präsident dem Moderationsteam.

“Explosivere Bäume”

So gelinge es Ländern wie Österreich, den Feuern vorzubeugen. “Obwohl sie explosivere Bäume haben. Bäume, die schneller Feuer fangen, aber sie halten die Feuer im Zaum.” Das liege an Brandprävention: “Sie verdünnen den Brennstoff, der Brennstoff befindet sich auf dem Boden, die Blätter, die Bäume, die fallen, die sind trocken wie ein Zündholz. Wenn die länger als 18 Monate auf dem Boden sind, sind sie sehr explosiv, und die müssen das Zeug loswerden”, behauptet Trump in der Sendung.

Klimawandel sei für Waldbrände verantwortlich

Die demokratischen Gouverneurinnen und Gouverneure der betroffenen US-Staaten Kalifornien, Oregon und Washington sehen andere Gründe für die Waldbrände. Alle drei sagen, dass globale Erderwärmung die Wälder immer anfälliger für Feuer mache, weil sie heißer und trockener würden. Laut der Wissenschaft seien Wald- und Buschbrände praktisch unausweichlich, getrieben davon, dass Pflanzen und Bäume als Folge des Klimawandels austrockneten und mehr Menschen in der Nähe besonders anfälliger Gebiete lebten. Das Ausdünnen von Wäldern und kontrolliertes Abfackeln seien zwar Lösungen, aber sie in einem Ausmaß umzusetzen, das wirklich helfen würde, habe sich als große Herausforderung erwiesen.

Waldgebiete von Washington kontrolliert

Gouverneure an der Westküste werfen Trump derweil unverblümt vor, die Bedrohung durch den Klimawandel herunterzuspielen. Gavin Newsom in Kalifornien war da bei seinem Treffen mit dem Präsidenten am Montag eher noch gemäßigt. Es gebe wissenschaftliche Beweise dafür, dass der Klimawandel real sei und die Feuergefahren in Wald und Busch verschärfe, sagte er. Was man beobachte, spreche für sich. Der Gouverneur wies auch darauf hin, dass 57 Prozent der Waldgebiete in Kalifornien von der Washingtoner Regierung kontrolliert würden. Am vergangenen Freitag hatte er das Leugnen der Gefahren des Klimawandels als “ideologischen Scheiß” bezeichnet.

RND/am/AP