Samstag , 24. Oktober 2020
US-Präsident Trump verteidigt sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Trump will Virusgefahr nicht heruntergespielt haben

Philadelphia. US-Präsident Donald Trump hat versucht, die Selbstdarstellung seines Vorgehens gegen die Coronavirus-Pandemie wieder einzufangen. “Ich habe es nicht heruntergespielt”, behauptete Trump am Dienstag in einer Fernsehdebatte mit Wählerinnen und Wählern. Dabei hatte er in einem auf Tonband dokumentierten Interview mit dem Journalisten Bob Woodward gesagt: “Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es immer noch gern herunter, weil ich keine Panik verursachen will.”

Als Trump dies am Dienstag erklären sollte, geriet er ins Schleudern. “Ich möchte nicht unehrlich sein”, beteuerte er. “Ja, also, ich habe es nicht heruntergespielt. Ich habe es tatsächlich in vieler Hinsicht, ich habe es hochgespielt – im Bezug auf Taten. Mein Handeln war sehr stark.”

Trump: Habe China einfach vertraut

Auch sein Lob für die Reaktion Chinas auf den Virusausbruch im Januar und Februar wollte Trump nicht als Fehler bezeichnen. Er habe seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping eben einfach vertraut. “Er hat mir gesagt, dass es, dass alles unter Kontrolle sei, und es hat sich herausgestellt, dass es nicht stimmt”, sagte Trump.

Auf die Frage, wieso er nicht eifriger für den Einsatz eines Mund-Nasen-Schutzes werbe, der die Ansteckungsgefahr verringern könne, antwortete Trump: „Es gibt Leute, die glauben nicht, dass Masken gut sind.“ Die US-Seuchenschutzbehörde CDC wirbt allerdings energisch für die Masken.

Zugleich legte Trump nahe, dass das Virus auch ohne Impfung verschwinden werde. Die US-Bevölkerung werde eine Herdenimmunität entwickeln, sagte der Präsident, erwähnte allerdings nicht, wie viele Menschen bis dahin sterben könnten. “Aber mit einer Impfung wird es sehr schnell verschwinden”, sagte er.

RND/AP