Montag , 21. September 2020
Eine Soldatin der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz im brandenburgischen Lehnin (Symbolbild). Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

Bericht: Pläne für weibliche Dienstgrade in der Bundeswehr auf Eis gelegt

Berlin. Weibliche Dienstgrade für Bundeswehrsoldatinnen sollen vorerst offenbar doch nicht eingeführt werden. Wie der “Spiegel” berichtet, habe Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ein Genderkonzept für die Ränge bei der Truppe erst einmal verworfen. Das soll Staatssekretär Peter Tauber im Verteidigungsausschuss mitgeteilt haben.

Auf Twitter schrieb er zudem: “Weibliche Dienstgrade? Die Ministerin hat mit dem Haushalt, Rüstungsprojekten und Ausrüstungsfragen, dem Irak-Mandat, der Operation im Mittelmeer gerade viele wichtige Themen in Bearbeitung. Sie wird sich der Frage der Dienstgradbezeichnungen zu gegebener Zeit widmen.”

Dem Bericht zufolge wusste Kramp-Karrenbauer selbst nichts von den Planungen.

In der vergangenen Woche hatte “Die Welt” berichtet, mehrere Ressortleiter im Verteidigungsministerium hätten eine Vorlage unterzeichnet, wonach weibliche Dienstgrade in der Bundeswehr Mitte September eingeführt werden sollen. Angeblich auch, um die Truppe für Frauen attraktiver zu machen. So liegt der Frauenanteil in der Bundeswehr derzeit nur bei 12 Prozent.

Der Vorlage zufolge hätten weibliche Ränge Bezeichnungen wie Brigadegeneralin oder Oberstleutnantin bekommen. Aktuell wird ihnen die Anrede Frau vorangestellt.

Die vorerst verschobenen Pläne hatten für breite Kritik in der Bundeswehr gesorgt. Viele monierten, das Vorhaben würde der Gleichberechtigung sogar zuwiderlaufen, weil Frauen dann sprachlich verniedlicht würden und eine Sonderrolle bekämen.

RND/cz