Samstag , 19. September 2020
Ein Junge blickt auf das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der nordöstlichen Ägäisinsel Lesbos. Vier junge Männer aus Afghanistan müssen sich am Samstag auf Lesbos einer ersten Anhörung wegen des Großbrands im Flüchtlingslager Moria stellen. Die Staatsanwaltschaft der Insel wirft ihnen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Brandstiftung vor, berichtete am Donnerstag die griechische Tageszeitung "Kathimerini". Die 19- und 20-Jährigen waren am Dienstag auf der Insel festgenommen worden. Quelle: Petros Giannakouris/AP/dpa

Nach Großbrand: Polizei räumt zerstörtes Flüchtlingscamp Moria

Lesbos. Die griechische Polizei hat am Donnerstagmorgen damit begonnen, die verbliebenen Migranten aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria zu holen. Sie sollen in ein neues, provisorisches Zeltlager ziehen, das die Behörden errichtet haben. “Bisher läuft alles friedlich ab”, sagte der Mainzer Arzt Gerhard Trabert, der mit einer Hilfsorganisation vor Ort ist, der Deutschen Presse-Agentur. Trabert schätzt, dass sich noch mehrere Tausend Menschen in und um das zerstörte Lager herum aufhalten.

Nach Moria-Brand: Rund 2000 Migranten in neuem Zeltlager Kara Tepe

“Wir müssen die Menschen in das neue Lager holen; wenn sie auf der Straße ausharren, ist das eine Bombe in Sachen Hygiene”, sagte der Chef der griechischen Gesundheitsbehörde (EODY), Panagiotis Arkoumaneas, am Donnerstagmorgen dem griechischen Radiosender Skai. Im Einsatz seien rund 170 Beamte.

Das Flüchtlingslager Moria vor und nach den Bränden

In das neue Zeltlager Kara Tepe sind bisher rund 2000 Menschen eingezogen, nachdem beim Brand von Moria vergangene Woche 12.000 Migranten obdachlos geworden waren. Viele haben Angst, das neue Lager zu beziehen; sie befürchten, dort eingesperrt zu werden, und fordern stattdessen, von der Insel aufs Festland gebracht zu werden.

RND/dpa