Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Polizei in Bund und Ländern verzeichnete in den letzten zehn Jahren einen enormen Anwärteranstieg. Quelle: Harald Tittel/dpa

Statistik: Polizei verzeichnet mehr Bewerbungen – Frauenanteil steigt

Wiesbaden. Trotz der aktuellen negativen Schlagzeilen angesichts rechtsextremer Strömungen, wollen immer mehr Menschen zur Polizei. Die Zahl der Anwärter hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt (plus 123,1 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Bei der Bundespolizei stieg die Zahl der Anwärterinnen und Anwärter seit 2010 um 240,5 Prozent auf 7100. Bei den Landespolizeien wuchs die Zahl um 107,4 Prozent auf 32.100. Besonders groß war der Zuwachs in Hamburg (345,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (302,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (242,4 Prozent).

Frauenanteil in Polizei angestiegen

Auch die Zahl der Beschäftigten bei der Polizei stieg an: seit 2010 um 8,4 Prozent auf 333.600 am 30. Juni 2019. Davon waren im vergangenen Jahr 52 100 Personen beim Bund und 281.500 bei den Ländern beschäftigt. “Inzwischen arbeiten bei der Polizei in Bund und Ländern deutlich mehr Frauen als noch vor zwei Jahrzehnten”, berichteten die Statistiker. Von 2000 bis 2019 stieg der Frauenanteil von 20 Prozent auf 29,3 Prozent.

Um Mitarbeiterkapazitäten besser vergleichen zu können, rechnen die Statistiker mit sogenannten Vollzeitäquivalenten. Die Arbeitsstunden der Beschäftigten werden dabei so zusammengerechnet, dass sie einer vollen Stelle entsprechen. Der Statistik zufolge gab es am 30. Juni 2019 bei der Polizei insgesamt 322.500 Vollzeitstellen – 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2000. Am stärksten gewachsen ist die Zahl im Vollzugsdienst (plus 7,1 Prozent). Im Verwaltungsdienst waren weniger Menschen tätig (minus 9,5 Prozent).

RND/dpa