Samstag , 24. Oktober 2020
Ein Streifenwagen der NRW-Polizei (Symbolfoto). Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser

Rechtsextreme Chats: Ermittler entdecken Munition und Drogen bei Polizistin

Essen. Bei den Razzien wegen rechtsextremer WhatsApp-Chats in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler bei einer Polizistin dienstliche Munition, ein Gewehr und eine geringe Menge Amphetamin entdeckt.

Wie die Duisburger Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, hatte man die Wohnung der Frau eigentlich durchsucht, weil man ihren Freund dort vermutete. Er gehört – im Gegensatz zu der Polizistin – zu den Beschuldigten im Fall der Chats. Gegen die Frau werde jetzt unter anderem wegen der Drogen ermittelt. Mit den Chats habe sie offenbar nichts zu tun.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurden bei den Razzien am Mittwochmorgen 43 Mobiltelefone, 20 Laptops, 9 Tablets, zwei Schlagringe und zwei Pfeffersprays sichergestellt. Die Auswertung der Handys und Computer werde wegen der Datenmenge einige Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt haben die Ermittler nach Angaben von Innenminister Herbert Reul (CDU) 30 Polizistinnen und Polizisten im Visier. Da nicht alle von ihnen rechtsextreme Nachrichten in die Gruppe aktiv gesendet hatten beziehungsweise Fälle schon verjährt sind, wird nur gegen einen Teil auch strafrechtlich ermittelt. Suspendiert wurden alle. 14 Beamte sollen komplett aus dem Dienst entfernt werden.

Laut “Spiegel” haben mehrere Beschuldigte die Postings eingeräumt. Sie sollen ein Fehlverhalten gestanden und angegeben haben, dass die Inhalte der Chats nicht ihrer politischen Überzeugung entsprächen. Gegenüber den Ermittlern sollen sich laut “Spiegel” alle kooperativ gezeigt haben.

Der Anwalt eines Beschuldigten hatte der Nachrichtenagentur dpa gesagt, dass sein Mandant nicht rechtsradikal sei und der Polizist sein Verhalten als “große Gedankenlosigkeit” einstufe.

RND/dpa