Mittwoch , 28. Oktober 2020
Friedrich Merz hat auf Twitter eine Welle der Empörung losgetreten. Quelle: imago images/Reichwein

CDU-Mann Merz wird nach einem schwulen Kanzler gefragt – seine Antwort löst viel Kritik aus

Berlin. CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz hat mit einer Aussage über Homosexualität in einem Interview eine Welle der Empörung auf Twitter losgetreten.

Im Gespräch mit der “Bild” antwortete der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz auf eine Frage, ob er Vorbehalte gegen einen schwulen Bundeskanzler habe: “Die Frage der sexuellen Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an, solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft.”

Hauptgrund der Entrüstung: Die Nutzer sind der Ansicht, Merz stelle einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädosexualität her.

CDU-Mitglied Frank Sarfeld verschaffte seinem Ärger und seiner Wut auf Twitter mit diesen Worten Luft:

Merz’ Sprecher Armin Peter veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme:

Ähnlich wie der Sprecher sehen es auch einige andere Twitter-Nutzer. Sie sehen nicht, dass Merz einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädosexualität hergestellt habe, diese Behauptung sei konstruiert.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wiederum äußerte sich kurz und knapp zu dem Interviewausschnitt:

Das schrieb der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann:

Jamila Schäfer, stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, äußerte sich so:

Im Dezember wählt die CDU auf ihrem Parteitag in Stuttgart einen neuen Parteichef. Außer Merz sind NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Außenexperte Norbert Röttgen im Rennen.

Im Frühjahr hatte der Corona-Lockdown Merz monatelang von der Bildfläche verschwinden lassen. Das Virus bremste den Unglücklichen gleich doppelt: Größere Veranstaltungen waren plötzlich verboten, und staatliche Funktionen, die ihn ins Rampenlicht hätten bringen können, hat Merz nicht.

RND/tdi